Preisanker: Und Apotheken müssen doch anrufen!

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Berlin - Die Debatte um die lästigen Anrufe bei der Überschreitung des Preisankers geht in die nächste Runde. GKV-Spitzenverband und Deutscher Apothekerverband (DAV) hatten sich zwar geeinigt, dass die Anrufe der Vergangenheit angehören. Offenbar wurde aber der ergänzende Arzneiversorgungsvertrag (AVV) der Ersatzkassen übersehen. Darum heißt es bei Barmer, DAK, TK & Co.: Hörer in die Hand.

Was war passiert? Ende Oktober dachten Apotheker, die Kuh ist vom Eis. Vorbei die Zeit der Warteschleifen und missglückten Anrufe beim Arzt, wenn aufgrund von Lieferengpässen der Preisanker überschritten wird. Die Sonder-PZN genügt – darüber hatte der GKV-Spitzenverband informiert. „Die Regelungen im Rahmenvertrag sind so gefasst, dass dann keine Rücksprache mit dem verordnenden Arzt notwendig ist“, teilte der GKV-Spitzenverband mit und versicherte, dass die Erleichterung nicht nur für den generischen, sondern auch für den importrelevanten Markt gilt. „Diese Regelungen zur Dokumentation gelten auch für den Sonderfall ‚Abgabenotwendigkeit in einem dringenden Fall‘ nach § 14 Absatz 2 des Rahmenvertrags sowie für den Fall, den der § 14 Absatz 4 des Rahmenvertrags beschreibt (dringliche Abgabe und notwendige Abweichung von der Importabgabe).“

Zu früh gefreut. Denn am Freitag teilte der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) seinen Mitgliedern mit, dass sie beim Überschreiten des Preisankers im Bereich Import/Original im Falle eines Lieferengpasses bei Verordnungen zu Lasten der Ersatzkassen weiterhin Rücksprache mit dem Arzt halten müssen.

Warum? Weil es neben dem Rahmenvertrag auch Regelungen zum Preisanker – bei Nichtverfügbarkeit von Importen – in den ergänzenden Lieferverträgen gibt. Für die findet die Einigung aus dem Oktober keine Anwendung.

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