AOK-Dank verunsichert Apotheker

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Berlin -

Um die Arzneimittelversorgung in der Corona-Krise nicht unnötig zu erschweren, hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen bei der Abgabe durchgesetzt. Im Nordosten der Republik hatte die AOK die Vorschriften schon vor der bundesweiten Verordnung gelockert. Das hat jetzt kurz für Verunsicherung in Apotheke gesorgt – dabei wollte sich die Kasse nur bedanken.

Die AOK Nordost hat unter der Woche Apotheken in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angeschrieben und über die „Grundsätze der Arzneimittelversorgung während der Sars-CoV-2-Pandemie“ aufgeklärt. Gemeint sind die gelockerten Abgabevorschriften, wie sie schon Ende März mit den Landesapothekerverbänden (LAV) der drei Bundesländer vereinbart wurden.

Damit waren die Kasse und die Apotheker im Nordosten schneller als der nationale Gesetzgeber. Die Sars-Cov-2-Arzneimittelversorgungsverordnung ist erst am 21. April in Kraft getreten. Damit wurde nicht nur das Botendiensthonorar eingeführt, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Apothekern auch mehr „Beinfreiheit“ beim Austausch von Arzneimitteln eingeräumt. Selbst von der Aut-idem-Regelung kann danach abgewichen werden.

Die Regelungen haben sich weitgehend überschnitten. Seit Inkrafttreten der Verordnung sei „die überwiegende Mehrheit der Inhalte jedoch bundesweit einheitlich geregelt“, schreibt die AOK Nordost den Apothekern. „Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung der Lockerung der Kontaktbeschränkungen ist die regionale Vereinbarung Ende Juni 2020 ausgelaufen. Sollte die Situation es erfordern, werden wir selbstverständlich mit den Landesapothekerverbänden zu einer Fortsetzung der Regelungen sprechen.“

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