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Rowa: Schwarmschlaue Sichtwahl und verbotene Abholfächer Alexander Müller, 12.10.2018 13:39 Uhr

München - Der Automatenhersteller BD Rowa will neben dem Brot- und Buttergeschäft der Kommissionierer auch die Digitalisierung in der Apotheke vorantreiben. Nach einer Pilotphase mit 100 Apotheken können jetzt alle 400 Kollegen mit der digitalen Sichtwahl V-Motion das Angebot Digital Pharmacy Marketing (DPM) nutzen. Die Abholfächer kann Rowa dagegen vermutlich demnächst nur noch im Ausland verkaufen.

Bei DPM wird ein Bildschirm in der digitalen Sichtwahl für Werbung genutzt; welche, das kann sich der Inhaber aussuchen. Die eingebundenen Hersteller können die Produktpflege selbst übernehmen und etwa ein verändertes Packungsdesign anpassen. Eine Redaktion von Rowa wacht zwischen Herstellern und Apotheke. Verschläft der Hersteller seine eigene Umstellung, kann die Schwarmintelligenz der Apothekenteams helfen. Fehler in der Darstellung können über einen Klick und mit Nachricht an Rowa gemeldet werden.

Seit 10. Oktober kann man sich bei Rowa dafür online registrieren. Rowa will nach Angaben des scheidenden Geschäftsführers Dirk Wingenter Werbeflächen bündeln. Als Mediaagentur verstehe man sich aber nicht, sondern eher als „Kooperation“. Von den schwarmschlauen Apothekern profitieren nur Hersteller, denen der Zutritt in die digitale Sichtwahl gewährt wird. Denn bei der Anmeldung über die V-Cloud kann der Inhaber einzelne Hersteller sperren, die nicht in sein Konzept passen – oder die er einfach nicht mag.

Auf der anderen Seite wollen die Hersteller wissen, mit wem sie es zu tun haben. Neben Größe und Lage der Apotheke wird abgefragt, in welcher Kooperation die Apotheke ist. Denn teilweise haben diese wiederum Verträge mit Herstellern, deren Werbung dann auf dem Screen angezeigt wird. Das Team in der Apotheke kann die Bildschirme mit einem einfacher Wischer übrigens jederzeit in die „normale“ Ansicht zurückholen und als digitale Sichtwahl verwenden. Interessanter Ländervergleich von Rowa: In Deutschland hat eine Apotheke im Durchschnitt 3,8 Bildschirme, in Frankreich mehr als sieben.

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