Asthma: Viele Darreichungsformen, neue Therapieoptionen

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Antikörper spielen bei der Asthma-Behandlung erst seit ein paar Jahren eine größere Rolle. Die Pharmaunternehmen versuchen die Injektionen in Darreichungsformen auf den Markt zu bringen, die dem Patienten eine Eigenanwendung erlauben. Seit Anfang 2018 ist beispielsweise das Medikament Fasenra (Benralizumab, AstraZeneca) als Fertigspritze zur Behandlung von schwerem eosinophilem Asthma zugelassen. Nun hat AstraZeneca einen vorgefüllten Autoinjektor-Pen für die subkutane Selbstapplikation durch den Patienten auf den Markt gebracht. Durch die heimische Injektion soll dem Patienten eine neue Option für mehr Unabhängigkeit gegeben werden. Benralizumab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper (MAK). Die Behandlung erfolgt als Add-on-Erhaltungstherapie bei Betroffenen, die gleichzeitig hochdosierte inhalative Kortikosteroide (ICS) sowie lang wirksame Beta-Agonisten (LABA) einnehmen. Fasenra ist für die Langzeitbehandlung bestimmt. Einmal jährlich sollte unter Einbeziehung des Schweregrades der Erkrankung, dem Ausmaß der Exazerbation und der Anzahl der Eosinophilen im Blut über die Fortführung der Therapie entschieden werden.

Auch bei den Arzneistoffkombinationen gibt es Neuerungen. Zuletzt beantragte GlaxoSmithKline (GSK) die Zulassungserweiterung für Trelegy Ellipta bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Bislang war das Arzneimittel für die Behandlung der moderaten bis schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. Bislang werden mit dem Medikament COPD-Patienten behandelt, die mit einer Kombination aus einem inhalativen Kortikosteroid und einem langwirksamen beta-2-Agonisten nicht ausreichend eingestellt sind.

Trelegy Ellipta ist eine Dreifachkombination mit Fluticason, Umeclidinum und Vilanterol. Das Inhalationspulver enthält je Einzeldosis von 92 µg Fluticasonfuroat, 65 µg Umeclidiniumbromid (entsprechend 55 µg Umeclidinium) und 22 µg Vilanterol (als Trifenatat). Fluticasonfuroat ist ein inhalatives Kortikosteroid, Umeclidinium ein lang wirkender muskarinischer Antagonist und Vilanterol ist ein selektives langwirksames β2-Sympathomimetikum (LABA). Es handelt sich um ein Derivat von Salmeterol. Die Kombination der drei Wirkstoffen in einem Inhalator soll die Beschwerden signifikant lindern können. Derzeit gibt es in Europa noch keine einzige inhalative Dreifachtherapie zur Behandlung von Asthma. In Amerika und Japan ist das Mittel bereits zur Behandlung von Asthma zugelassen.

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