COPD/ Asthma: Neue Wirkstoffe selten, aber teuer

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Berlin - Patienten, die an COPD oder Asthma leiden, aber kein Kortison vertragen, sind oft auf relativ neue Antikörper angewiesen. Einer aktuellen Auswertung von Insight Health zufolge machen die allerdings lediglich 0,3 Prozent aller Verordnungen aus – dafür aber 10 Prozent des Umsatzes im Markt für Arzneimittel gegen Atemwegserkrankungen. Platzhirsch ist dort immer noch Salbutamol.

Mehr als 6,8 Millionen Menschen hierzulande leiden an COPD und rund 5 Millionen an Asthma – Tendenz steigend. Entsprechend steigt auch die Zahl der Verordnungen von Arzneimitteln gegen obstruktive Atemwegserkrankungen. Dabei können bisher weder Asthma noch COPD geheilt werden, die Therapie beschränkt sich darauf, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Symptome zu mildern.

Einer aktuellen Auswertung von Insight Health zufolge ist der Markt für Arzneimittel gegen obstruktive Atemwegserkrankungen im Jahreszeitraum von Juli 2018 bis Juli 2019 um 2,4 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro auf Basis des Herstellerabgabepreises gewachsen ist. Insgesamt wurden 25 Millionen Verordnungen ausgestellt, 15 Millionen für Kombi- und 10 Millionen für Monopräparate.

Mit Abstand wichtigster Wirkstoff ist dabei Salbutamol mit einem Marktanteil von 29 Prozent. Der Beta-2-Antagonist wurde im untersuchten Zeitraum 9 Millionen mal verordnet. 6,6 Millionen mal wurden hingegen Kombinationen aus Salbutamol und einem Kortikoid verordnet. Bei persistierendem Asthma gehört die Inhalation von Kortikoiden unabhängig vom Schweregrad zur Basismedikation. Bei COPD-Patienten hingegen sind kortisonhaltige Sprays erst bei einem schweren Krankheitsstadium als Dauertherapie empfohlen.Mit 3,1 Millionen Verordnungen ebenfalls weit vorn sind Kombinationen aus B2-Agonisten und Anticholinergika. Die einfachen Anticholinergika reduzieren die Schleimbildung und
erleichtern so das Atmen.

Da sich die Entzündung in den Atemwegen bei COPD-Patienten oft nicht mit Kortison allein ausreichend behandeln lässt, kommen zunehmend auch Antikörper zum Einsatz. Die neuartigen, gentechnisch hergestellten und sehr teuren Interleukinhemmer landen nur auf 0,3 Prozent der Rezepte, machen jedoch mehr als 10 Prozent des Umsatzes aus. Bald dürften neue Antikörper hinzukommen. Im Moment befinden sich zwei monoklonale Antikörper zur Anwendung bei obstruktiven Atemwegserkrankungen in der klinischen Phase III.

Darüber hinaus befinden sich für den Arzneimittelmarkt für obstruktive Atemwegserkrankungen noch zwei weitere Medikamente im Zulassungsverfahren: Fevipiprant, ein Prostaglandin-D2-Rezeptor-Antagonist zur Behandlung von Bronchospasmen bei Patienten mit reversiblen chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen und eine Kombination von Budesonid, Formoterol und Glycopyrroniumbromid als Therapie bei COPD.

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