Marktanalyse

COPD/ Asthma: Neue Wirkstoffe selten, aber teuer APOTHEKE ADHOC, 30.09.2019 11:31 Uhr

Berlin - Patienten, die an COPD oder Asthma leiden, aber kein Kortison vertragen, sind oft auf relativ neue Antikörper angewiesen. Einer aktuellen Auswertung von Insight Health zufolge machen die allerdings lediglich 0,3 Prozent aller Verordnungen aus – dafür aber 10 Prozent des Umsatzes im Markt für Arzneimittel gegen Atemwegserkrankungen. Platzhirsch ist dort immer noch Salbutamol.

Mehr als 6,8 Millionen Menschen hierzulande leiden an COPD und rund 5 Millionen an Asthma – Tendenz steigend. Entsprechend steigt auch die Zahl der Verordnungen von Arzneimitteln gegen obstruktive Atemwegserkrankungen. Dabei können bisher weder Asthma noch COPD geheilt werden, die Therapie beschränkt sich darauf, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Symptome zu mildern.

Einer aktuellen Auswertung von Insight Health zufolge ist der Markt für Arzneimittel gegen obstruktive Atemwegserkrankungen im Jahreszeitraum von Juli 2018 bis Juli 2019 um 2,4 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro auf Basis des Herstellerabgabepreises gewachsen ist. Insgesamt wurden 25 Millionen Verordnungen ausgestellt, 15 Millionen für Kombi- und 10 Millionen für Monopräparate.

Mit Abstand wichtigster Wirkstoff ist dabei Salbutamol mit einem Marktanteil von 29 Prozent. Der Beta-2-Antagonist wurde im untersuchten Zeitraum 9 Millionen mal verordnet. 6,6 Millionen mal wurden hingegen Kombinationen aus Salbutamol und einem Kortikoid verordnet. Bei persistierendem Asthma gehört die Inhalation von Kortikoiden unabhängig vom Schweregrad zur Basismedikation. Bei COPD-Patienten hingegen sind kortisonhaltige Sprays erst bei einem schweren Krankheitsstadium als Dauertherapie empfohlen.Mit 3,1 Millionen Verordnungen ebenfalls weit vorn sind Kombinationen aus B2-Agonisten und Anticholinergika. Die einfachen Anticholinergika reduzieren die Schleimbildung und
erleichtern so das Atmen.

Da sich die Entzündung in den Atemwegen bei COPD-Patienten oft nicht mit Kortison allein ausreichend behandeln lässt, kommen zunehmend auch Antikörper zum Einsatz. Die neuartigen, gentechnisch hergestellten und sehr teuren Interleukinhemmer landen nur auf 0,3 Prozent der Rezepte, machen jedoch mehr als 10 Prozent des Umsatzes aus. Bald dürften neue Antikörper hinzukommen. Im Moment befinden sich zwei monoklonale Antikörper zur Anwendung bei obstruktiven Atemwegserkrankungen in der klinischen Phase III.

Darüber hinaus befinden sich für den Arzneimittelmarkt für obstruktive Atemwegserkrankungen noch zwei weitere Medikamente im Zulassungsverfahren: Fevipiprant, ein Prostaglandin-D2-Rezeptor-Antagonist zur Behandlung von Bronchospasmen bei Patienten mit reversiblen chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen und eine Kombination von Budesonid, Formoterol und Glycopyrroniumbromid als Therapie bei COPD.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Corona-Schutz

Apothekerin: Durch die Notdienstklappe weht der Wind»

Baden-Württemberg

Land fördert Corona-Schnelltest»

Corona-Krise

Italien: Ausgangssperre bis 3. Mai»
Markt

Produktionsrekord im März

Corona-Krise: Stada-CEO dankt Belegschaft»

Erkältungsmittel

Sinupret-Saft: Bionorica streitet mit BfArM»

Corona beschleunigt Digitalisierung

Hersteller setzen auf eCommerce»
Politik

„Abhängigkeit bei Medikamenten und Schutzausrüstung“

Altmaier: Brauchen mehrere Milliarden Schutzmasken»

Botendienst-Honorar

VIA: Kassen fallen Spahn in den Rücken»

Corona-Kampagne

SPD sagt: Danke, Apotheke»
Internationales

Maßnahmen gegen Corona

Österreich: Erste Geschäfte dürfen ab 14. April öffnen»

Wegen Mangel an Beatmungsgeräten

Tauchermasken für die Intensivstation»

Medizinische Schutzausrüstung

Trump: Export-Verbot von knappen Atemschutzmasken»
Pharmazie

Partikel im Vial

Fungizone geht retour»

Krebsmedikament gegen Immunreaktion

Jakavi bei Covid-19»

Rückruf

Isocillin muss retour»
Panorama

Baumwollmasken und chirurgischer Mundschutz

Viren werden beim Husten nicht gestoppt»

BAVC

Kurzarbeit in der Chemie- und Pharmabranche steigt rasant»

Hamburg

UKE empfiehlt Lockerung der Corona-Auflagen noch im April»
Apothekenpraxis

Engpässe wegen Corona

EMA empfiehlt Apothekenkontrolle und Versandbeschränkung»

So planen die Apothekenteams

Zwangsquarantäne, Morphin-Vorrat und Schnelltests»

Corona-Maßnahmen

Teilmengen: Kassen trauen Apotheken nicht»
PTA Live

50 Euro für eine Atemmaske?

Angeblicher Wucher: Reporter soll PTA bedroht haben»

Blindow-Schulen gehen online

PTA-Schüler: Online-Unterricht statt Osterferien»

Der Mann mit der Tüte

PTA findet 10.000 Euro zwischen Altmedikamenten»
Erkältungs-Tipps

Husten, Schnupfen, Heiserkeit 

Erkältung: Ab wann sollte man zum Arzt»

Schleimhautpflege gegen Infektionen

Gurgeln: Hausmittel mit Potenzial»

Wenn die Stimme versagt

Heiserkeit – Tipps für Vielsprecher»
Magen-Darm & Co.

Nicht nur Husten und Fieber

Covid-19: Durchfall als Symptom»

Tofu, Seitan & Co.

Vegan – der Verzicht auf alles tierische»

Besondere Ernährungsformen

Vegetarisch – Der Verzicht auf Fleisch»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Impfschutz

Kleiner Pieks – Großer Wert fürs Baby»

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Schwangerschaft 35 +»

Scheidenpilz, Cystitis & Ischiasschmerzen

Tipps bei typischen Symptomatiken in der Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»

Cannabidiol, THC, Vollspektrum & Co.

Blüte oder Extrakt – was sind die Unterschiede?»
HAUTsache gesund und schön

Sensibelchen mit besonderen Bedürfnissen

Allergische Haut: Weniger ist oft mehr»

Stärkung der Hautbarriere

Ectoin: Wasserspeicherwunder aus Bakterien»

Epidermis – die äußerste Körperschicht

Aufbau der Haut»