Asthma-Leitlinie komplett überarbeitet

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Berlin - Die nationale Versorgungsleitlinie Asthma wurde überarbeitet. Innerhalb der Therapieempfehlungen kommt es bei der Anwendung von SABA-Monotherapie (short-acting beta-2-agonist) zu einem Paradigmenwechsel. Darüber hinaus haben sich die Mediziner gegen eine Einbindung alternativer Heilverfahren ausgesprochen. Insbesondere Kindern sollten zu Sport ermutigt werden und Bewegung nicht scheuen.

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder und etwa 5 bis 7 Prozent der Erwachsenen erkranken an Asthma. Die Therapie hat sich durch neue Arzneistoffe und Kombinationen in den letzten Jahren stark verbessert. Nicht zuletzt deshalb wurde die Leitlinie Asthma überarbeitet und an den neuesten Stand der Wissenschaft angepasst. Besonders hervorzuheben ist, dass der ausschließliche Einsatz der SABA-Monotherapie bei leichtem Asthma als obsolet angesehen werden kann. Bis 2018 galt eine Monotherapie mit einem kurzwirksamen inhalativen Beta-Sympathomimetikum wie Salbutamol oder Fenoterol als Behandlung der Wahl bei leichtem Athma der Stufe1.

Die Erfahrungen mit der SABA-Monotherapie hätten in den letzten Jahren verstärkt gezeigt, dass auch Patienten mit leichtem Asthma trotz regelmäßiger Anwendung von Salbutamol & Co. nicht vor gravierenden Asthma-Risiken geschützt werden konnten. Es kam trotz SABA zu Exazerbationen. Experten beurteilten die Wirkstoffgruppe auch deshalb als ungeeignet, da sie auch die entzündlichen Prozesse in den Luftwegen nicht kontrollieren konnte.

Die aktuelle Empfehlung lautet daher: LABA (long acting beta-agonist) in Kombination mit ICS (niedrig-dosiertes inhalatives Glukokortikoid). Zu der Wirkstoffgruppe der langwirksamen Beta-Sympathomimetika gehört beispielsweise Formoterol oder Salmeterol. Bei den Kortisonen kommen unter anderem Mometason, Budesonid oder Fluticason zum Einsatz. Solche Fixkombinationen aus einem niedrig dosierten ICS und Formoterol werden innerhalb der Leitlinie für Patienten ab 12 Jahren innerhalb der Stufe 1 und 2 empfohlen. Aktuell entsprechen diese Empfehlungen noch einem Off- Label-Use.

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