Impfzentren: DRK sucht Flugbegleiter, keine PTA | APOTHEKE ADHOC
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Impfzentren: DRK sucht Flugbegleiter, keine PTA

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Am 15. Dezember sollen sie stehen und einsatzbereit sein, die sechs Impfzentren der Hauptstadt. Aktuell kann man davon ausgehen, dass der Impfstoff von Biontech am 28. Dezember ein positives Votum der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bekommt und drei Tage später zugelassen wird. Dann könnte dann der Impfstoff aus Belgien geliefert und mit dem Impfen begonnen werden. Auch Berlin sucht nun nach Helfern: Auf einer eigenen Homepage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) können sich Interessierte melden – mit Gehaltsvorstellungen. Apotheker und PTA werden nicht explizit gesucht. Sie könnten sich lediglich unter dem Reiter „Sonstiges“ bewerben.

Berlin sucht Freiwillige für die sechs Impfzentren. Wenige Tage vor der anvisierten Fertigstellung schaltet das Land eine Homepage, über die sich die Freiwilligen zentral bewerben können – unabhängig von ihrer beruflichen Ausbildung. Dies war bislang nicht möglich. Außer für Mediziner stand keine zentrale Anlaufstelle für Freiwillige zu Verfügung.

Das DRK ist bei der Organisation der Impfzentren beteiligt. Um ausreichend Personal für die kommenden Monate zu haben, werden überdies Freiwillige aus der Bevölkerung gesucht. Neben Ärzten und medizinischen Fachangestellten werden auch Personen mit sonstigen medizinischen Berufen gesucht. Apotheker und PTA werden nicht explizit genannt. Pharmazeuten, die bei der pandemischen Impfung unterstützen wollen, können sich nur unter dem Reiter „Sonstiges“ bewerben. Ausschließlich im Feld „Anmerkungen“ könnten Apotheker und PTA auf ihre Fachkompetenz – beispielsweise im Bereich Sterilherstellung – hinweisen.

Neben Sprachkenntnissen und Führungserfahrungen sollen auch Angaben zur Gehaltsvorstellung gemacht werden. Interessierte können Angaben dazu machen, ob sie lieber morgens oder nachmittags arbeiten wollen und welches Zentrum sie präferieren. Damit das Personal ungestört arbeiten kann, soll auch privater Wachschutz für die Impfzentren angeheuert werden, informierte Projektleiter Albrecht Broemme. „Wir müssen mit allem Möglichen rechnen, auch wenn die Mehrheit dafür ist. Es reicht ja, wenn ein paar Leute am Rad drehen.“

Neben Flugbegleitern sucht das DRK aber auch nach Hotel- und Servicekräften: Diese können Angaben zu ihrem beruflichen Hintergrund machen und eine eventuell vorliegende Ersthelfer-Ausbildung angeben. Welche Aufgaben dann genau übernommen werden sollen, steht nicht fest.

Auch zur Dauer des gesamten Ablaufs pro Bürger wurden in Berlin jetzt konkretere Angaben gemacht. „Pro Impfling soll das Ganze eine Stunde und zehn Minuten dauern“, so Broemme. 70 Minuten würden ausreichen, um die Impfung durchzuführen und den Bürger über die Durchführung aufzuklären. Denn die Aufklärung und Impfberatung umfasst laut Referentenentwurf folgende Punkte: Neben der Information über den Nutzen der Schutzimpfung muss auch eine vollständige Anamnese einschließlich Impfanamnese, sowie eine Befragung über das Vorliegen möglicher Kontraindikationen durchgeführt werden. Auch das Abfragen der aktuellen Befindlichkeit zum Ausschluss akuter Erkrankungen oder Allergien gehört zum Prozessablauf. Es müssen Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen und Informationen über Eintritt und Dauer der Schutzwirkung gegeben werden. Abschließend müssen die Mitarbeiter der Impfzentren Hinweise zu Folge- und Auffrischimpfungen sowie Verhaltensregeln für den ersten Zeitraum nach der Impfung geben.

Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) haben sich binnen einer Woche rund 780 Ärztinnen und Ärzte angemeldet. Insgesamt sei nun ein Drittel der Dienste von Mitte Dezember bis Mitte Januar besetzt, erklärte eine Sprecherin. „Weitere Dienstplanungen werden folgen.“ Die Ärzte sollen in den Zentren Impfwillige aufklären, die Impfungen medizinisch überwachen oder selbst übernehmen und diese zudem dokumentieren. Der Einsatz wird bezahlt. Laut KV werden pro Tag 120 Ärztinnen und Ärzte benötigt – nicht nur für die Zentren, sondern auch für 30 mobile Teams. Diese sollen etwa Bewohner von Pflegeeinrichtungen impfen. Eine Einladung zur Impfung ist Voraussetzung.

Bereits Ende November wurden für die geplanten Berliner Impfzentren Helfer gesucht. „Wir brauchen weit über 1000 Leute zum Betrieb der sechs Impfzentren“, sagte Broemme damals in einem Interview mit dem Radiosender „rbb 88.8“. Dazu zählten Ärzte, Sanitäter und Betreuer für ältere Menschen. „Es ist ein Bündel von Feuerwehr, Rettungsdienst, Rotes Kreuz, Hilfsorganisationen, DLRG, THW. Da ist für jeden genug Arbeit.“ Er freue sich, wenn sich Helfer melden, sagte Broemme. „Dabei denke ich an ehemalige Krankenschwestern – ähnlich wie schon beim Corona-Behandlungszentrum.“ Es kämen aber auch ehemalige Flugbegleiter infrage.

Zum Start der Corona-Impfungen sollen Ältere über 80, Pflegeheimbewohner und bestimmtes Personal mit hohem Infektionsrisiko voraussichtlich zuerst zum Zug kommen können. Dies entspricht rund 8,6 Millionen Menschen in Deutschland, wie aus einem am Montag verschickten Entwurf der Ständigen Impfkommission (Stiko) hervorgeht. Dazu können Länder und medizinische Fachgesellschaften nun noch Stellung nehmen – wegen besonderer Eilbedürftigkeit bis diesen Donnerstag. Grund für eine Prioritätensetzung ist, dass zum möglichen Auftakt von Impfungen nur kleinere Impfstoffmengen erwartet werden.

 

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