Weihnachten im Impfzentrum

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Berlin - Gestern stimmte die medizinische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel der Notfallzulassung des mRNA-Impfstoffes von Biontech in Großbritannien zu. In der Pressekonferenz zur Zulassung wurde bekannt gegeben, dass die ersten Kartons bereits verpackt bereit zur Auslieferung sind. In weniger als 48 Stunden könnte das Impfen beginnen. Für Europa erwartet Biontech die Zulassung Mitte Dezember. Die erste Menge könnte also über die Feiertage verimpft werden. Der befürchtete Mehraufwand aufgrund der Lagertemperatur sei jedoch unbegründet, so Biontech.

In Großbritannien kann geimpft werden. Uğur Şahin, Vorstandsvorsitzender bei Biontech, zeigte sich in dergestrigen Pressekonferenz anlässlich der Notfallzulassung sichtlich erfreut. Für Europa rechne man mit einer Zulassung Mitte Dezember. Die Chancen für eine Zulassung vor den Weihnachtsfeiertagen stehen gut. Die Ergebnisse der Phase-III-Studie überzeugten auch die britische medizinische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA). „Die Ware ist bereits verpackt und wartet auf die Auslieferung“, hieß es in der Pressekonferenz. Die in Belgien hergestellten Impfdosen können nun per Flugzeug zum Lagerort transportiert werden. „Die Transportbedingungen werden mittels GPS-Trackern und Temperatursensoren kontinuirlich überwacht.

Entwarnung gibt es auch für die befürchtete erschwerte Lagerung des Impfstoffes. „Wir verschicken die Impfstoffe in speziellen Boxen. In ihnen herrscht für bis zu 20 Tage eine gleichbleibend niedrige Temperatur. Die Vials können somit in der Lieferbox gelagert werden,“ erklärt Sean Marett, Vorstandsmitglied von Biontech. Die Boxen könnten problemlos zweimal täglich geöffnet werden, ohne dass die Temperatur zu weit steigt. Eine schnelle Entnahme und erneute Verschließung der Box müsse dennoch erfolgen. Nach der Entnahme kann der Impfstoff fünf Tage lang im Kühlschrank gelagert werden. Nach der Verdünnung muss die Injektion binnen sechs Stunden erfolgen, so Marett.

Auch für deutsche Impfzentren bedeutet dies Erleichterung bei der Kühllogistik. Große Ultra-Tiefkühlschränke müssten nicht zwangsläufig installiert werden. Studien zu einer Lagerfähigkeit bei nur -20 Grad laufen bereits. Die vorgegebene Lagertemperatur könnte also in den kommenden Wochen angepasst werden. Da Biontech mit einer positiven Entscheidung seitens der EMA Mitte Dezember ausgeht, könnten die ersten Impfungen noch in diesem Jahr verabreicht werden. Kalkuliert man zwei Tage für die Verteilung in die Zentren ein, so könnte das diesjährige Weihnachtsfest für viele Helfer im Impfzentrum stattfinden. Inwieweit die Zentren sich bereit erklären, auch an den Feiertagen zu impfen ist noch offen. Jedes Bundesland handhabt die Regelung der Öffnungszeiten unterschiedlich. So soll in Thüringen nur montags bis freitags geimpft werden – Berlin spricht über eine Sieben-Tagewoche.

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