Autoimmunerkrankungen

Fresh-up: Zöliakie APOTHEKE ADHOC, 09.02.2018 11:59 Uhr

Berlin - Sich glutenfrei zu ernähren, ist in. Doch in Wirklichkeit handelt es sich bei Zöliakie um eine seltene Autoimmunerkrankung. Betroffene müssen lebenslang die Zufuhr von glutenhaltigen Nahrungsmitteln konsequent einschränken. Auch die Nachfrage in der Apotheke nach glutenfreien Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln steigt. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Zöliakie?

Gluten ist auch bekannt als „Klebereiweiß“ und kommt in vielen Getreidesorten wie beispielsweise Weizen, Dinkel und Roggen vor. Es ist ein Gemisch aus den Proteinen Prolamin und Glutelin und für die Backeigenschaften von Mehl von essentieller Bedeutung. Im Weizen wird die Prolaminfraktion als Gliadine bezeichnet. Gluten sorgt dafür, dass ein homogener und elastischer Teig entsteht. Zöliakiebetroffene vertragen kein Gluten und und müssen lebenslang auf Nahrungsmittel mit solchen Inhaltsstoffen verzichten. Die Erkrankung äußert sich durch eine Entzündungsreaktion im Dünndarm, die selbst durch kleinste Mengen Gluten stimuliert wird. Folglich kommt es zu einem Gewebeschwund der Darmepithelzellen. Da sich die Darmzotten zurückbilden, führt dies zu einer Malabsorption von Nährstoffen und Vitaminen. In der Folge können Mangelerscheinungen auftreten. Das Immunsystem der Betroffenen bildet zudem Antikörper gegen das körpereigene Enzym Gewebetransglutaminase.

Nach Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie (DZG) sind in Deutschland rund 800.000 Menschen von Zöliakie betroffen. Die Krankheit kann sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen in jedem Alter auftreten, eine Vorbeugung ist derzeit nicht möglich. Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1, Rheumatoider Arthritis, autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen und Trisomie 21 (Down-Syndrom) haben ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken.

Das typische Krankheitszeichen der Zöliakie ist Durchfall, weiterhin kann es bei Erwachsenen zu Gewichtsverlust, Appetitmangel, Schlafstörungen, Müdigkeit oder Depression kommen. Es ist auch möglich, dass sich die Erkrankung nur oder vorwiegend an der Haut manifestiert. Die sogenannte Dermatis herpetiformis Duhring kann auftreten, ein bläschenförmiger Hautausschlag, der mit starkem Juckreiz verbunden ist. Im Kindesalter sind zudem Wachstumsstörungen, Blähbauch sowie Eisenmangel charakteristisch.

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