Chemisch oder pflanzlich

Fresh-up: Repellentien

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Berlin -

Mücken kommen gerade jetzt im Sommer vor allem in den Abendstunden hervor und werden zur Plage. Doch auch Zecken sind unerwünschte Plagegeister, die man sich bei Wanderungen durch den Wald lieber vom Hals, beziehungsweise von den Beinen halten will. In den letzten Jahren sind einige Produkte dazugekommen, darunter beispielsweise Repellentien mit UV-Schutz. Nicht für alle Personen sind alle Produkte gleich gut geeignet – hier ein Überblick.

Der Begriff „Repellentien“ klingt für viele Kund:innen zunächst befremdlich. Das Wort stammt vom lateinischen Wort „repellere“ ab, dieses bedeutet soviel wie fernhalten oder vertreiben. Egal ob Mücken, Zecken, Bremsen, Bienen oder Wespen – für jedes Insekt gibt es ein spezielles Abwehrmittel. Doch nicht für alle Altersklassen und alle Reiseziele gelten die gleichen Empfehlungen.

Mücke – Alter des Anwenders beachten

Mücke ist nicht gleich Mücke. Die hier heimischen Mücken lassen sich meist mit allen Repellentien vertreiben. Neben Sprays stehen auch halbfeste Zubereiten zur Verfügung. Anti Brumm forte für Kinder ab 3 Jahren enthält 30 Prozent Diethyltoluamid. Laut Hersteller schützt das Spray zuverlässig vor allen heimischen Mücken und teilweise gegen tropische Mücken. Bis zum 12. Lebensjahr sollte Anti Brumm forte nur sparsam und maximal einmal täglich angewendet werden. Sollte ein häufigeres Auftragen nötig sein, so können Eltern auf das spezielle für Kinder entwickelte Anti Brumm Kids ausweichen. Es enthält den Wirkstoff Incaridin und kann bereits ab 2 Jahren angewendet werden. Auch Schwangere und Stillende können das Kids-Produkt nach Rücksprache mit dem Gynäkologen/der Gynäkologin anwenden.

Autan bietet ebenfalls ein Icaridin-haltiges Spray zum Schutz vor Mücken. Hier sind 20 Prozent Wirkstoff enthalten. Die Schutzdauer ist abhängig vom Insekt. So schützt Autan laut Hersteller bis zu acht Stunden vor Mücken, jedoch nur sechs Stunden vor Tigermücken, fünf Stunden gegen Stechfliegen und 4 Stunden vor Zecken. Die Menge, die genutzt wird, sollte ausreichend groß sein. Nur bei lückenloser Bedeckung der Haut kann ein optimaler Schutz aufgebaut werden. So empfiehlt Johnson beispielsweise allein für einen Unterarm sechs bis sieben Sprühstöße.

Tropengebiete

In fernen Reisegebieten, vor allem in Malaria- und Dengue-Gebieten, sollten die Kund:innen auf spezielle Produkte für den tropischen Bereich zurückgreifen. Ein empfohlener Wirsktoff für Asien & Co. ist das DEET (Diethyltoluamid). Es ist beispielsweise in NoBite (Tropical Concept) enthalten. Mit 500 mg pro 1 g Lösung ist es besonders hoch dosiert. Das Auftragen sollte nur an gut belüfteten Orten erfolgen. Das Gesicht sollte zur Sicherheit ausgespart werden (vor allem die Augen müssen geschützt werden). Regelmäßig und ausreichend aufegtragen kann NoBite die Infektionswahrscheinlichkeit mit Malaria und anderen Krankheiten bis zu 90 Prozent verringern, informiert der Hersteller. In Studien konnte diese hohe Wirksamkeit nachgewiesen werden. Neben Spray für die Haut besteht das NoBite protfolio auch aus einem Kleidungsspray. Einmal eingesprüht sind Hose, T-Shirt & Co. für bis zu vier Wochen imprägniert. Nach dem Waschen sollte erneut imprägniert werden.

Auch pflanzliche Varianten verfügbar

Wer auf chemische Wirkstoffe verzichten will, der kann entweder auf pflanzliche Produkte wie Zedan (MMCosmetic) oder Anti Brumm Natural zurückgreifen. Zedan enthält die ätherischen Öle Geraniol und Citriodiol (p-Menthan-3,8-diol), die natürliche Anti Brumm Version vertreibt Mücken ebenfalls mittels eines Bestandteiles des Eukalyptus. Die natürlichen Produkte können zum Teil bereits ab einem Jahr angewendet werden. Auch ein DIY-Mückenschutz ist möglich. Als Komponenten können Eukalyptus, Geranie, Bergamotte, Cajeput, Citronella, Lavendel, Lemongrass, Nelke oder Teebaumöl eingesetzt werden. Achtung: Ätherische Öle sollten nie konzentriert auf die Haut gegeben werden. Dann kann es zu schweren Hautreizungen kommen. Bei Säuglingen sollten nicht alle ätherischen Öle angewendet werden – im schlimmsten Fall kann es bei konzentriertem Auftragen nahe der Nase zu Atemnot und Krämpfen kommen. Ein Stimmritzenkrampf kann auftreten. In diesen Fällen ist sofort ein Anruf bei einer Giftnotrufzentrale erfolgen. Zu den besonders riskanten Substanzen für Babys zählen Kampfer, Eukalyptus, Thymian oder Pfefferminz.

Nicht alle Mückenschutz-Sprays helfen auch gegen Zecken

Um sich auch Zecken vom Leib zu halten reicht es mitunter nicht aus, das Mückenabwehrspray zu benutzten. Zecken lassen sich weniger leicht abschütteln, da bedarf es einer ausreichend hohen Wirkstoffkonzentration oder einer Kombination aus Wirkstoffen. Mit solch einer Kombination arbeitet das Zecken-Spray von Anti Brumm. Hier ist neben dem chemischen Wirkstoff Icaridin auch Eukalyptus Citriodora Öl enthalten. Beim Anti Brumm Spray scheint es zwischen dem Multi-Insektenschutz und dem Zeckenschutz keinen Unterschied zu geben. Beide Sprays enthalten 20 Prozent Icaridin.

Die Dauer der Schutzleistung gegen Zecken unterscheidet sich meist um 40 Prozent von der Dauer der Schutzleistung gegen Mücken. So wiehren die meisten Produkte die krabbelnden Blutsauger nur für 4 bis 5 Stunden ab, währenddessen Mücken bis zu 8 Stunden vertrieben werden können. Wer sich gegen Mücken und Zecken schützen will, der kann bei genauer Produktbetrachtung also auf ein Spray gegen Zecken zurückgreifen. Ein weiteres Produkt ist nicht nötig. Einen sicheren Schutz vor FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), einer viralen Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird, bietet die Impfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten einen Impfschutz gegen FSME als sichersten Schutz vor der Krankheit.

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