BPI-Hauptversammlung

Weiss (CDU): Pharmadialog geht weiter Lothar Klein, 12.06.2018 12:48 Uhr

Berlin - Die Vorbereitungen für die Fortsetzung des Pharmadialogs laufen bereits. Die sogenannten Kompetenzteams haben mit der Abstimmung der Themen begonnen: „Der Pharmadialog hat sich bewährt“, sagte Sabine Weiss (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium (BMG) bei der BPI-Hauptversammlung. Im Mittelpunkt sollen die Themen Lieferengpässe, Arzneimittelsicherheit und Digitalisierung stehen. Neben den bisherigen Teilnehmern aus Pharmaindustrie, Bundesregierung und Wissenschaft sollen dieses Mal auch die Gesundheitspolitiker der Regierungskoalition mit am Tisch sitzen.

Weiss versprach, Deutschland als starken Pharmastandort zu erhalten: „Wir werden den Innovationsplatz zuverlässig fördern, den Zugang zu neuen Arzneimitteln für alle Patienten erhalten, aber die Arzneimittelkosten dürfen nicht explodieren.“ Weiss kündigte an, dass die Verordnung zum neuen Arzt-Informationssystem (AIS) in Kürze vom BMG vorgelegt wird. Damit sollten die Informationen aus der frühen Nutzenbewertung einfacher und schneller in die Arztpraxen gelangen.

Ein Absage erteilte Weiss den Plänen der EU-Kommission, die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel in der EU zu vereinheitlichen: „Wir müssen nicht alles einheitlich regeln.“ Der EU-Verordnungsvorschlag gehe zu weit und die rechtliche Grundlage sei unsicher. „der politische Gestaltungsspielraum bei der Preisbildung, der Erstattung muss erhalten blieben“, sagte Weiss.

Dr. Martin Zentgraf, Vorsitzender des BPI, forderte die Politik zu einer Kehrtwende auf „weg von einer primär kostengetriebenen, hin zu einer auf den Patienten zentrierten Versorgung“. Zentgraf lobte die konstruktive Zusammenarbeit in den Kompetenzteams zum Pharmadialog, die die Gespräche und den Austausch zwischen Politik und Industrie über die Legislaturperiode kontinuierlich weitergeführt haben. „Themen wie die Antibiotikaforschung und -entwicklung oder die Globalisierung der Gesundheitsversorgung enden nicht mit einer neuen Hausleitung. Wir müssen stetig an diesen Themen arbeiten“, so der Vorstandsvorsitzende.

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