Letzter Amtsbesuch

Warken besucht Apotheke in Magdeburg

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Berlin -

An ihrem letzten Tag als Bundesgesundheitsministerin besuchte Nina Warken gestern gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff die Altstadt-Apotheke in Magdeburg. Die beiden CDU-Politiker informierten sich im Rahmen eines Rundgangs über das innovative Versorgungskonzept des Gesundheitscampus im Magdeburger Altstadtquartier sowie über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Gesundheitswesens.

Eine der Inhaberinnen der Altstadt-Apotheke, Dr. Doreen Kessner, führte durch das Fachgespräch. Sie stellte den Gästen die Versorgungsstruktur des Gesundheitscampus vor, der eigenständige, inhabergeführte medizinische Einrichtungen unter einem Dach vereint – darunter eine Apotheke, Onkologie, Radiologie, Gastroenterologie, Urologie sowie ein eigenständiges Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ).

Die Struktur mit kurzen Wegen und einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit ermögliche eine schnelle und abgestimmte Patientenversorgung, erklärte Kessner. „Wird bei einer Darmspiegelung ein Tumor entdeckt, erfolgt sofort die Aufklärung durch den Onkologen. Ergänzt durch eine Bildgebung wird das Ausmaß der Erkrankung innerhalb kürzester Zeit bestimmt und die Behandlung geplant. Wenn dabei auch eine ambulante Chemotherapie angezeigt ist, können wir diese in der Apotheke zeitnah herstellen und in die Praxis liefern. Diese kurzen Wege kommen unmittelbar den Patientinnen und Patienten zugute“, so die Apothekerin.

Bei dem Besuch kamen auch allgemeine gesundheitspolitische Themen zur Sprache. Kessner zeigte sich nach dem Besuch zufrieden: Der Austausch sei offen, zugewandt und lösungsorientiert gewesen.

Stärkere Einbindung der Apotheke

Auch die zukünftige Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung sei in dem Gespräch angeklungen. „Die Ministerin hat deutlich gemacht, dass der Blick nicht nur auf Einschränkungen und Belastungen gerichtet werden sollte, sondern auch auf die neuen Möglichkeiten wie das Durchführen von pharmazeutischen Dienstleistungen, die sich für Apotheken eröffnen“, erklärte die Apothekerin. Gerade in Regionen mit einer geringeren ärztlichen Versorgung könnten Apotheken künftig auch stärker Aufgaben in der Primärversorgung übernehmen, zum Beispiel durch Impfangebote.

Auch die Bedeutung der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) zur Medikationsanalyse sowie zur Beratung bei der Abgabe onkologischer Arzneimittel habe Kessner im Gespräch hervorgehoben. Die Altstadt-Apotheke sei auf die Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten spezialisiert. „Eine qualifizierte pharmazeutische Begleitung trägt wesentlich dazu bei, dass Patientinnen und Patienten ihre Therapie richtig durchführen können“, so Kessner. Die Apotheke ergänze die ärztliche Verordnung um Hinweise zur richtigen Einnahme, zum Umgang mit Nebenwirkungen und könne darüber hinaus unterstützende Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und Resilienzstrategien ansprechen. „Unser Ziel ist, durch eine gute Beratung zum Medikament die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern und somit dazu beizutragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.“

Wirtschaftliche Situation weiterhin angespannt

Gleichzeitig habe sie erklärt, dass die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken sowie der zunehmende Fachkräftemangel weiterhin große Herausforderungen darstellten. Um die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern, müsse der Apothekerberuf ebenso wie andere Gesundheitsberufe attraktiver werden. „Nur mit ausreichend qualifiziertem Nachwuchs kann die Versorgung künftig gewährleistet werden“, betonte sie.

Zuletzt wurde auch die Relevanz der Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Apotheken betont, die sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt habe. Während neue Aufgaben der Apotheken anfangs teilweise mit Skepsis betrachtet wurden, wachse heute das Bewusstsein dafür, dass sich beide Berufsgruppen sinnvoll ergänzten. Dieses partnerschaftliche Miteinander und die enge Vernetzung der eigenständigen Einrichtungen seien wesentliche Erfolgsfaktoren des Gesundheitscampus im Magdeburger Altstadtquartier, die als Pilot für andere Standorte dienen können.

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