Verbände fordern Aussetzen der Rabattverträge

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Noch deutlichere Worte an die Politik findet Reinhard Rokitta, Vorsitzender des Vereins Freie Apothekerschaft. „Die Zeit des Hinhaltens durch die Politik muss nun endlich vorbei sein. Diese ewigen Beteuerungen, dass der durch die Lieferengpässe erhöhte Aufwand der Apotheken vergütet wird, zeigt die Unglaubwürdigkeit der zuständigen Minister. Nichts, aber auch gar nichts passiert!“, kritisiert er. Die Apotheken stünden im Augenblick auch noch unter einem besonderen arbeitstechnischen Druck durch die zusätzliche Beratung der Patienten vor Ort, Desinfektion, Schutzmaßnahmen und dergleichen. Dadurch erhöhe sich die Verweildauer in den Apotheken deutlich und mehr Mitarbeiter würden gebunden.

Wenn in Deutschland wie derzeit in Italien Geschäfte auf Anordnung schließen müssten, würde Apotheken längstmöglich geöffnet bleiben. „Sie während der Gesundheitskrise als bedeutenden Pfeiler der Versorgung zu nutzen, ihnen aber dafür jegliche Mehrvergütung zu verweigern, ist unredlich“, so Rokitta. So werde den Apotheken beispielsweise seit über 15 Jahren eine Anpassung an die Inflationsrate vorenthalten.

Der Aufwand und die Personalkosten, die den Apotheken momentan dadurch entstehen, Alternativen zu den nicht lieferbaren Arzneimitteln zu beschaffen, „stehen in keinem Verhältnis mehr zum Honorar“, so die Freie Apothekerschaft. Die derzeitige Arzneimittelversorgung, die sich ausschließlich am Preis orientiert, müsse deshalb umgehend so geregelt werden, dass die Apotheker ohne überbordende Bürokratie und außerhalb der pekuniären Interessen der Krankenkassen die Patienten mit den vorhandenen notwendigen und teilweise lebenswichtigen Arzneimitteln versorgen können. „Die Bundesregierung muss umgehend handeln und dafür sorgen, dass während der Corona-Pandemie die Rabattverträge der Krankenkassen keine Anwendung finden“, fordert Rokitta deshalb.

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