Seyfahrt: Retaxationen und Rabattverträge aussetzen

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Berlin - Die Bundesregierung hat gestern die Schließung des kompletten Einzelhandels angekündigt, nur versorgungsrelevante Geschäfte bleiben geöffnet. Heute haben bereits die ersten Ketten wie Ikea darauf reagiert. Apotheken bleiben als versorgungsrelevante Geschäfte geöffnet. Der Vorsitzende des Apothekerverbandes Hessen, Holger Seyfarth, bittet jetzt den Staatsminister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), um Unterstützung. Unter anderem fordert Seyfarth die Aussetzung der Rabattverträge und von Retaxationen.

Wiederholt sei von offizieller Seite betont worden, dass im Falle einer Ausgangssperre die Apotheken als versorgungsrelevant geöffnet blieben, so Seyfahrt: „Die Apotheken nehmen ihren Versorgungsauftrag sehr ernst und erfüllen diesen in der aktuellen Lage auch über alle Maßen, indem sie die Fragen ihrer Patienten zum Virus fachkundig und unermüdlich beantworten und so massiv zur Aufklärung und Beruhigung der Bevölkerung beitragen.“ Dies könnten Apotheker allerdings nur so lange tun, wie die Fachkräfte in den Apotheken selbst nicht erkrankten.

„Daher wende ich mich heute an Sie, um zu erfahren, wie das Ministerium die Mitarbeiterlnnen in den Apotheken bei ihren Arbeitsschutzmaßnahmen unterstützen wird“, so der Verbandschef weiter. Aktuell fehlten in den Apotheken Desinfektionsmittel beziehungsweise die Grundstoffe für deren Eigenherstellung sowie Mund- und Nasenschutz. Zahlreiche Apotheken errichteten Plexiglasscheiben an ihren Beratungsplätzen, die als mechanische Sperre dem pharmazeutischen Fachpersonal Schutz vor Tröpfcheninfektionen bieten und jeweils knapp 300 Euro kosteten. Seyfahrt: „Bei durchschnittlich drei Beratungsplätzen pro Apotheke fallen so Kosten von über 1000 Euro an.“

Und obgleich die Apothekenberufe systemrelevant seien, könnten nicht alle Mitarbeiter speziell eingerichtete Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder nutzen. Die Apotheken vor Ort agierten äußerst verantwortungsbewusst und schulterten vorerst die hieraus entstehenden – auch finanziellen – Belastungen. „Dabei vertrauen sie – meiner Meinung nach zu Recht – darauf, dass Hessen sie bei der Aufrechterhaltung ihres Versorgungsauftrages durch Sach- und Finanzmittel unterstützen wird“, so Seyfarth.

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