Tandlers Kontakt zu Spahns Chef-Einkäufer | APOTHEKE ADHOC
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Tandlers Kontakt zu Spahns Chef-Einkäufer

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Berlin -

In der Frühphase der Corona-Pandemie hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zu teilweise aberwitzigen Preisen Schutzmasken gekauft. Zu den größten Profiteuren zählten die Schweizer Firma Emix und die Lobbyistin Andrea Tandler. Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hatte Tandler engste Verbindungen zu Ingo Behnel, Chef-Maskenbeschaffer im damals von Jens Spahn (CDU) geführten BMG.

Den Kontakt zu Spahn und Behnel soll Monika Hohlmeier hergestellt haben, die aber jede Beteiligung an den späteren Deals entschieden abstreitet. Doch die angebahnten Kontakte verhalfen Maskenlobbyistin Tandler laut Bericht zu Kontakten bis ins Kanzleramt: Der Spiegel zitiert aus der Chatgruppe „Das Ministerium“, in der sich Tandler mit den Emix-Geschäftsführern ausgetauscht haben soll.

Demnach schrieb Tandler Anfang April 2020 in die Gruppe: „Behnel bespricht das morgen mit der Kanzlerin, danach macht Hohlmeier Druck. Ich dachte, es ist nicht gut, ihm in den Rücken zu fallen.“ Hohlmeier bestreitet gegenüber dem Spiegel, auf politische Entscheider eingewirkt oder gar Druck gemacht zu haben. Emix, Tandler und deren Partner schwiegen laut Bericht auf Anfrage jeweils mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse oder Privatsphäre.

Spahn: „Ich habe damals nach Instinkt gehandelt.“

Ex-Minister Spahn hat sich in seinem Buch „Wir werden einander viel verzeihen müssen“ auch mit umstrittenen Masken-Deals befasst, wenn auch nur oberflächlich. Ddas Kapitel heißt „Jens, wo bleiben meine Masken?“ – angeblich die Frage eines Ministerpräsidenten per Telefon am Sonntagmorgen. Die Namen Tandler oder Emix tauchen in Spahns Buch kein einziges Mal auf. Rückblickend schreibt der CDU-Politker über diese Zeit: „Ich habe damals nach Instinkt gehandelt und nach bestem Wissen und Gewissen. Und ich bin mir ziemlich sicher: Wären wir gewöhnliche Wege gegangen, wären wir damit gescheitert, ausreichend Schutzmasken für das medizinische Personal zu besorgen.“

Aber Spahn weiß auch: „Die Margen vieler Zwischenhändler waren unverschämt hoch, es gab Goldgräber, Betrüger und Qualitätsmängel. Viele haben in und mit der Not ein gutes Geschäft gemacht – selbst einzelne, charakterlose Abgeordnete haben sich auf schäbige Art bereichert.“ All das ärgere ihn sehr. Eine Besprechung des Buches können Sie im Podcast NUR MAL SO ZUM WISSEN nachhören oder als Video ansehen.

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