Kritik an GKV-Sparpaket

Pharma Deutschland trifft Warken

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Berlin -

Gestern traf sich der Bundesvorstand von Pharma Deutschland mit Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Zentrale Fragen in dem Gespräch waren die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung und die Stärkung des Pharmastandorts Deutschland, wie Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, auf ihrem LinkedIn-Account erklärt.

„Die Pharmaindustrie ist zentral für Versorgungssicherheit, Innovation und Wertschöpfung. Dafür braucht es einen wirtschaftsfreundlichen, stabilen und verlässlichen regulatorischen Rahmen, der Investitionen ermöglicht, statt sie auszubremsen“, so Brakmann.

Kritik am Spargesetz

Pharma Deutschland sieht das am letzten Tag vor der Sommerpause beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) nach wie vor kritisch. „Die Erhöhung des fixen Herstellerabschlags mit erheblichen Kollateralschäden für die Versorgung, die zusätzlichen Verschärfungen bei Preis- und Mengenregeln sowie neue Eingriffe bei Impfstoffen und der Ausschluss ganzer Therapiegebiete setzen die Unternehmen massiv unter Druck“, betont sie. In der Summe verschlechtern diese Maßnahmen die Standortbedingungen deutlich und untergraben die Investitionsbereitschaft.

Entscheidungen statt Gespräche

Auch der Pharmadialog hat gezeigt, dass Gesprächsformate keine wichtigen Entscheidungen ersetzen. „Solange der Fokus ausschließlich auf Sparen gesetzt ist, bleibt der Effekt aus“, so Brakmann. Die Pharmastrategie habe das Potenzial, einen Kurswechsel herbeizuführen. „Wenn wir als Gesellschaft Wachstum wollen, braucht die Industrie Entlastung, Investitionen und weniger Bürokratie – und keine neuen Sparinstrumente. Nur so lässt sich das Wirtschaftswachstum und die Einnahmebasis der GKV nachhaltig stärken.“

Das BStabG hat das System aus dem Gleichgewicht gebracht. Die entstehenden Versorgungslücken und Abhängigkeiten werden erheblich größer. Allerdings ist es möglich, durch verlässliche und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, durch echte Investitionsanreize und durch ein klares Bekenntnis zur industriellen Gesundheitswirtschaft als Leitbranche gegenzusteuern. „Jetzt ist der Moment, die Richtung zu korrigieren. Alles andere würde den Standort weiter schwächen. Wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen könnten“, appelliert sie.

Innovation und wirtschaftliche Stärke

Auch Vertreter des Pharma-Deutschland-Landesverbands Nord waren bei dem Gespräch anwesend. Im Mittelpunkt des Treffens habe der frühzeitige und verbindliche Einbezug der pharmazeutischen Industrie in die Pharmastrategie, die wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und resiliente Lieferketten, eine praxisnahe und versorgungssichere Umsetzung der Kommunalen Abwasserrichtlinie und die Stärkung der Selbstmedikation als Beitrag zur GKV-Entlastung, Gesundheitskompetenz und wohnortnahen Versorgung gestanden, erklärte der Verband auf LinkedIn.

„Eine tragfähige Pharmastrategie braucht den Dialog mit der gesamten Breite der pharmazeutischen Industrie. Denn Versorgungssicherheit, Innovation und wirtschaftliche Stärke müssen gemeinsam gedacht werden.“

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