Umstrittener US-Tech-Milliardär

Spahn verteidigt „Dialog“-Treffen mit Peter Thiel

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Berlin -

Unionsfraktionschef Jens Spahn hat seine Teilnahme an Veranstaltungen des vom umstrittenen US-Milliardär Peter Thiel mitgegründeten „Dialog“-Netzwerks verteidigt. „Es ist mir wichtig, mich auch mit Menschen auszutauschen, die anderer Meinung sind als ich“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal „web.de“. „Diese Offenheit werde ich mir nicht nehmen lassen.“ Er betonte zugleich, Thiel sei bei dem „Dialog“-Format seit Jahren nicht mehr zu Gast gewesen.

Spahn unterstrich, er sei immer für die Diskussion. „Ich komme gerade zurück aus China, von einem Parteiendialog der CDU mit der Kommunistischen Partei, den wir seit Jahren pflegen. Ich lehne vieles von deren Ideologie ab. Trotzdem muss man doch mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Austausch bleiben.“

Eine Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte vergangene Woche mitgeteilt, Spahn sei „in unregelmäßigen Abständen“ bei den „Dialog“-Treffen dabei gewesen: 2018 in Irland, 2019 in Italien, 2022 in Portugal, 2023 in Spanien und 2024 in Deutschland. „Zum ‚Dialog‘-Treffen im August 2026 in Irland ist Herr Spahn eingeladen worden, die Teilnahme wurde abgesagt“, sagte sie weiter. Spahn sei Thiel auf diesen Veranstaltungen nicht begegnet. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ berichtet.

Thiel, IT-Investor und Mitgründer des Software-Unternehmens Palantir, hatte dem US-Magazin „Wired“ zufolge 2006 die „Dialog Society“ mit ins Leben gerufen. Das Medium veröffentlichte nach einem Datenleak kürzlich Informationen zu Teilnehmern – darunter US-Regierungsvertreter, ausländische Regierungsmitglieder und Führungskräfte aus dem Silicon Valley. Bei den ersten beiden Treffen, an denen Spahn teilnahm, war er noch Bundesgesundheitsminister.

Der aus Deutschland stammende Thiel ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. In letzter Zeit hatten Berichte über Thiels apokalyptische Weltsicht auch seine religiöse Ideologie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Frage, ob sich Sicherheitsbehörden auf die umstrittenen Datenanalyse-Produkte von Palantir verlassen sollten, hat in Deutschland Debatten ausgelöst.

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