„Anhebung war überfällig“

Sorge: Fixum stärkt Apotheken

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Berlin -

Die Anhebung des Fixums ist laut Tino Sorge (CDU) ein wichtiges Signal für die Apotheken. Zwar könne die Erhöhung die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre nicht vollständig ausgleichen, sie sei aber „ein erster Schritt, um die Versorgung vor Ort zu stärken“, so der parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG) beim Frühlingsfest der Apothekerinnen und Apotheker in Sachsen-Anhalt.

Auch Verbandschef Mathias Arnold sprach von einem „richtigen und wichtigen Schritt“. Nach mehr als 13 Jahren ohne Anpassung der Vergütung stellt sie eine erste Maßnahme dar, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Apotheken etwas zu stabilisieren. „Die längst überfällige Anhebung ist ein Zeichen, dass die Politik die Bedeutung der Apotheken für die Gesundheitsversorgung erkannt hat.“

Er fordert, dass die Apotheken künftig noch stärker in die Gesundheitsversorgung eingebunden werden: „Dazu gehören Aufgaben in der Prävention, beim Medikationsmanagement, bei Impfangeboten sowie bei der Begleitung chronisch kranker Menschen. Wir in den Apotheken verfügen durch unseren engen und regelmäßigen Kontakt zu den Patienten über wertvolle Kenntnisse, die stärker für eine sichere und effiziente Versorgung genutzt werden können.“

Gleichzeitig betonte er, dass neue Aufgaben nur dann erfolgreich übernommen werden können, wenn die notwendigen personellen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. „Eine hochwertige Versorgung braucht qualifizierte Fachkräfte, moderne Strukturen und verlässliche Rahmenbedingungen. Qualitätsstandards dürfen dabei aber nicht abgesenkt, sondern müssen weiterentwickelt werden.“

Denn die Herausforderungen für das Gesundheitswesen wachsen laut Kammerpräsident Dr. Jens-Andreas Münch rasant. Der demografische Wandel führe dazu, dass immer mehr Menschen auf medizinische und pharmazeutische Betreuung angewiesen seien, während gleichzeitig Fachkräfte fehlten. „Besonders ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen sind auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen. Darum müssen die vorhandenen Strukturen gestärkt und die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe bestmöglich gebündelt werden.“

„Die Apotheken vor Ort spielen eine zentrale Rolle in der Patientenversorgung. Wir sind oft die erste und am leichtesten erreichbare Anlaufstelle im Gesundheitswesen. Tag für Tag beraten wir zu Arzneimitteln, helfen bei Gesundheitsfragen, erkennen mögliche Risiken von Therapien und unterstützen Menschen dabei, ihre Medikamente sicher anzuwenden. Unsere Leistungen reichen längst weit über die reine Abgabe von Arzneimitteln hinaus“, betonte Münch. „Die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken bleibt angespannt. Die Zahl der Apotheken sinkt seit Jahren kontinuierlich. Jeder verlorene Standort bedeutet für die betroffenen Menschen längere Wege, weniger persönliche Beratung und eine zusätzliche Belastung der verbleibenden Versorgungsstrukturen. Im ländlichen Raum sind die Folgen heute schon spürbar.“

Mit Blick auf die kommenden Reformvorhaben herrscht bei beiden vorsichtiger Optimismus. Die Apothekerschaft setze weiterhin auf einen konstruktiven Dialog mit der Politik. Denn die Menschen sollten auch künftig auf eine sichere, qualitativ hochwertige und wohnortnahe Arzneimittelversorgung vertrauen können – in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum.

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