Ab Juli gelten 9 Euro Honorar, nachdem das Bundeskabinett heute grünes Licht für die Fixumserhöhung auf 9,50 Euro in zwei Stufen gegeben hat. Neben der Abda warnt nun auch der Hessische Apothekerverband (HAV) vor einer Gegenfinanzierung zulasten der Apotheken – auch wenn das endlich angehobene Honorar zu begrüßen sei.
„Dass die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zugesagte Anpassung des Fixums nun auf den Weg bringt, ist richtig. Von einer Sofortmaßnahme kann nach dem langen Hin und Her allerdings keine Rede mehr sein“, erklärt der HAV-Vorstandsvorsitzende Holger Seyfarth. „Zudem können die vorgesehenen Beträge die Kosten- und Inflationsentwicklung der vergangenen Jahre allenfalls teilweise auffangen. Der Wert einer zugesagten Vergütungsanpassung sinkt, wenn sie erst zeitverzögert vollständig wirksam wird.“
Die weiterhin geplante Erhöhung des Apothekenabschlags gegenüber den Kassen schmälert die Freude zudem enorm: Die Anpassung werde dadurch wieder teilweise neutralisiert. „Es wäre widersprüchlich, die Apothekenversorgung auf der einen Seite stärken zu wollen und den Apotheken auf der anderen Seite durch einen höheren Zwangsabschlag wieder Mittel zu entziehen. Diese Erhöhung darf so nicht kommen“, so Seyfarth.
Für die künftigen Verhandlungen mit den Kassen brauche es laut HAV nachvollziehbare und objektive Parameter, wie insbesondere die Entwicklung von Personal-, Betriebs- und Sachkosten sowie die tatsächlichen Anforderungen an eine flächendeckende Arzneimittelversorgung „Apotheken brauchen verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen – keine symbolischen Zwischenlösungen und keine Verhandlungen ins Blaue hinein.“
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