Kritik an Abschlag

Fixum: Wie gewonnen, so zerronnen

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Berlin -

Dass das Fixum angehoben wird, sei überfällig und zwingend erforderlich, um die Zahl der Apothekenschließungen zu senken und die flächendeckende Versorgung der Menschen zu sichern, kommentiert Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), den heutigen Kabinettsbeschluss. Dennoch bleibe die Lage angespannt.

„Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung nach über einem Jahr im Amt endlich die Zusage aus dem Koalitionsvertrag einlöst“, so Rochell. „Wir haben diesen Erfolg zum einen unseren Mitarbeitern zu verdanken, die sich für den Erhalt ihrer Betriebe massiv engagiert haben. Und zum anderen den Bürgerinnen und Bürgern, die unsere Forderungen und unsere Proteste unterstützt haben, weil sie wissen, wie wichtig das wohnortnahe Apothekennetz ist“, so Rochell. Zugleich dankt er auch all den Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern, die sich in den vergangenen Monaten für den Erhalt der sicheren und flächendeckenden Arzneimittelversorgung eingesetzt hätten.

Rettung kommt für einige zu spät

Mit der Erhöhung der Vergütung werde der Verlust, den die Apotheken durch die Stagnation in den vergangenen 13 Jahren erlitten hätten, aber nicht annähernd ausgeglichen. Während die Packungspauschale seit 2013 unverändert geblieben sei, seien die Betriebskosten im gleichen Zeitraum um 65 Prozent nach oben geschnellt. Mittlerweile seien 7 Prozent der Apotheken defizitär; insgesamt sei ein Drittel wirtschaftlich gefährdet. „Die nun beschlossene Anhebung des Honorars wird für einige zu spät kommen oder zu niedrig sein“, so Rochell.

Dies gelte insbesondere dann, falls die Politik ihr Vorhaben umsetze und die just beschlossene Honorarerhöhung sofort wieder abschmelze. So ist im Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge vorgesehen, dass ab Januar der Zwangsrabatt, den die Apotheken pro abgegebener Arzneimittelpackung an die Kassen zahlen müssen, erhöht wird. „Dies bedeutet für uns nichts anderes als eine erneute Honorarkürzung“, so Rochell und er fügt hinzu: „In Verbindung mit der anstehenden Mindestlohnerhöhung sowie möglichen Tarifsteigerungen wird damit die heute beschlossene Honorarerhöhung nahezu komplett aufgezehrt. Aus der linken Tasche zu nehmen, was man gerade in die rechte Tasche gesteckt habe, ist unsinnig.“

Es sei den Apotheken sehr wohl bewusst, dass alle Bereiche im Gesundheitswesen ihren Sparbeitrag leisten müssten. „Wir Apotheken aber haben diesen Sparbeitrag in den vergangenen 13 Jahren bereits übererfüllt: Während unsere Vergütung in dieser Zeit stagnierte, sind die Honorare in anderen Bereichen deutlich gestiegen. Deshalb werden wir uns vehement gegen diese Kürzung wehren – im Sinne der wohnortnahen Versorgung unserer Patienten.“

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