Telefon-AU und Krankschreibung

Philippi widerspricht Linnemann

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Berlin -

Der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will unter anderem an den geplanten Vorhaben der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und einer Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag festhalten. Sein niedersächsischer Amtskollege Dr. Andreas Philippi (SPD) sieht darin einen Widerspruch zu den anderen Zielen geplanter Gesundheitsreformen.

„Es ist absolut widersprüchlich, dass der neue Bundesgesundheitsminister dafür sorgen will, dass die Praxen nicht mehr so überlaufen sind und gleichzeitig bewährte Instrumente zur Entlastung der Praxen abschafft“, kritisiert Philippi. Dazu gehörten insbesondere die telefonische Krankschreibung und die Krankschreibungspflicht ab dem dritten Tag.

„Ich erwarte, dass der Bund die Kritik der Länder und der Ärzte- und Patientenschaft an dem Vorstoß zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der Krankschreibung ab dem ersten Tag zum Anlass nimmt, die geplanten gesetzlichen Regelungen zu überdenken“, fordert der Minister. Wenn der Bund sich dafür einsetzen wolle, dass Praxen nicht mehr überlaufen sind, müssten das Primärarztsystem gestärkt und digitale Tools vermehrt eingesetzt werden.

Verlässliches Primärversorgungssystem

Die Abschaffung der bewährten Instrumente werde die Praxen dagegen nur noch mehr belasten, warnt Philippi. „Ein weiteres Überlaufen der ohnehin schon vollen Wartezimmer in den Hausarztpraxen ist durch diese beiden Maßnahmen vorprogrammiert.“ Die verschärfte Krankschreibungspflicht könne außerdem dazu führen, dass kranke Menschen sich zur Arbeit schleppten. „Damit ist niemandem geholfen.“ Denn Krankheiten müssten auskuriert werden, damit Patientinnen und Patienten ordentlich gesunden und ihr näheres Umfeld nicht ansteckten.

„Statt plakativer Ankündigungen des Bundes brauchen wir vielmehr endlich ein verlässliches Primärversorgungssystem als erste Stufe der medizinischen Versorgung und eine verbesserte Patientensteuerung“, fordert der Minister. So könnten Notaufnahmen und Facharztpraxen entlastet und wir Doppeluntersuchungen vermieden werden. „Darauf sollte der Bund in seinen weiteren Reformvorhaben den Fokus legen.“

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