Umfrage

MDR lässt abstimmen: Versand- oder Vor-Ort-Apotheke?

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Berlin -

Am 7. Juni war Tag der Apotheke. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt nahm dies zum Anlass, eine intensivere Rolle der Apotheken in der Prävention zu fordern – auch weil in einer Umfrage die Patienten den Apotheken vor Ort viel Vertrauen entgegen brachten. Der MDR wollte der Sache auf den Grund gehen. Auf seiner Facebook-Seite startete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) eine eigene Umfrage. Das Ergebnis ist ebenso klar: Eine deutliche Mehrheit kauft Arzneimittel in der Apotheke an der Ecke.

„Warum aus dem Haus gehen, wenn die Kopfschmerztabletten auch mit der Post kommen? Der bundesweiten ‚Tag der Apotheken‘ macht auf die Bedeutung des Heilberufs Apotheker aufmerksam. Aber werden sie noch gebraucht?“, fragte der MDR. „Wo holen Sie Ihre Medikamente?“ Als Alternativen zur Präsenzapotheke konnten die Abstimmer wählen: „In der Online-Apotheke“ oder „Teils online, teils vor Ort“. Eine klare Mehrheit von 115 der 173 Teilnehmer sprach sich für die Antwort „Beim Apotheker“ aus. Nur neun Teilnehmer kaufen in der Online-Apotheke und 29 Teilnehmer geben an, sowohl im Internet als auch vor Ort ihre Arzneimittel zu besorgen.

Im Kommentarblock schreibt Margitte Matthieß dazu: „In der Apotheke, weil ich da auch beraten werde.“ Das sehen aber nicht alle so. Als Antwort auf ihren Post sagt Lucia-Frieda Hoefler: „Manche Apotheker beraten auch 'Umsatzfreundlich'“. Ti No entgegnet: „Und manche beraten nach nach dem Grundsatz, das Wohl des Patienten steht an erster Stelle!“

Insgesamt überwiegen die für die Vor-Ort-Apotheken positiven Einträge: Annmarie Sturm meint, „wie traurig würden unsere Städte aussehen wenn peu a peu die Vielfalt an Geschäften aus unseren Städten verschwindet – deshalb hole ich meine Medikamente aus der Apotheke!“

Allerdings gibt es auch Gegenwind: Marina Treciak postet: „Kassenrezepte in der Apotheke, private Rezepte und freiverkäufliche Mittel in ner deutschen Online-Apotheke. Wenn ich ne Beratung benötige bekomme ich die der Online_Apotheke genauso gut, muss nur anrufen. Die Beratung in der Apotheke rechtfertigt nicht den fast doppelt so hohen Preis.“

Darauf antwortet Ti No: „Schon mal hinter die Kulissen in einer Apotheke geschaut? Nein. Dann würde ich dir das mal raten. Dann weißt du auch warum es ‚mehr‘ kostet.“ „Ich gehe in die Apotheke ,weil man da beraten wird.Es wird viel zu viel kaputt gemacht, Fleischer, Bäcker usw. Dann wird herumgejammert“, findet Modellauto Mesen.

Auch der WDR will wissen, wo die Deutschen ihre Medikamente kaufen. In der Apotheke vor Ort oder im Internet, fragt die Redaktion von „Daheim und unterwegs“. Das Magazin hatte Hannes Müller aus der Römer Apotheke in Haltern am See zum Versandhandel sowie zu den Folgen des EuGH-Urteils befragt.

Die Umfrage der ABDA zum Tag der Apotheke ergab dass sich das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen seit 2008 kaum verändert hat. Die meisten Befragten fühlen sich fit. 87 Prozent aller knapp 3500 Befragten gaben an, sich regelmäßig zu bewegen, 84 Prozent setzen auf gesunde Ernährung. Fast ebenso viele gaben an‚ wenig Alkohol (81 Prozent) zu trinken, Stress zu reduzieren (74 Prozent) und nicht zu rauchen (65 Prozent). Aber nur 17 Prozent gaben an, an Präventionskursen teilzunehmen.

Jeder vierte Bundesbürger wünschte sich demnach mehr Präventionsangebote von Apothekern. Besonders gefragt sind dabei Angebote zu Ernährung, Bewegung und zum richtigen Umgang mit Medikamenten. Drei von vier Befragten (74 Prozent), die sich mehr Vorsorgeangebote von Apotheken wünschen, sind auch bereit, dafür zu bezahlen. Allerdings kommt es bei den meisten auf den Preis an. So gut wie alle (94 Prozent) wünschen sich eine Finanzierung der Vorsorgeangebote durch die Krankenkassen.

Laut ABDA-Präsident Schmidt sind die Apotheken mit über einer Milliarde Kundenkontakten im Jahr besonders geeignet, die Bereiche individuelle Raucherentwöhnung, Ernährungsberatung und Prüfung und Kontrolle des Impfstatus zu beraten. In jeder zehnten Apotheke arbeite ein qualifizierter Ernährungsberater. Für Raucherentwöhnung und Impfen sei jeder Apotheker mit seiner Ausbildung qualifiziert. Allerdings wurden die Apotheker im 2015 verabschiedeten Präventionsgesetz nicht berücksichtigt.

Schmidt schätzte das Vorsorgepotenzial der Apotheken auch deshalb hoch ein, weil die Umfrage hohe Vertrauens- und Zustimmungswerte in der Bevölkerung zeige: „Die Zufriedenheit mit dem Apothekensystem ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2008 bewerteten 59 Prozent der Bundesbürger das Apothekensystem mit ‚gut‘ oder ‚sehr gut‘. Mittlerweile liegt dieser Wert bei 73 Prozent.“ Besonders ausgeprägt sei der Imagegewinn bei Menschen bis 29 Jahren. Hier steigerte sich die Zustimmung von 55 Prozent auf 79 Prozent.

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