Das Thema Krisenresilienz ist derzeit ein Dauerbrenner. Als wohnortnahe, niederschwellige Anlaufstelle kommt Apotheken im Krisen- und Katastrophenfall eine entscheidende Rolle zu. Aber sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung fehlt laut Noweda dafür das Bewusstsein. Die Genossenschaft hat daher ein Gutachten im Bundesgesundheitsministerium (BMG) abgegeben.
Mit dem Gutachten „Die Apotheke als Teil der krisenrelevanten Infrastruktur“ wollen die Noweda und der Deutsche Apotheker Verlag das BMG auf das Thema aufmerksam machen. Das Papier wurde an Staatssekretär Dr. Georg Kippels (CDU) übergeben. Bei dem Termin diskutierten die Beteiligten über die aktuellen Herausforderungen von Apotheken und Pharmagroßhandel im Krisenfall sowie darüber, wie vor diesem Hintergrund die Rolle der Apotheken ausgebaut und gestärkt werden kann.
Die Apotheken und der pharmazeutische Großhandel bilden laut Noweda ein bestens eingespieltes Netzwerk für die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung. Gemeinsam versorgten sie jeden Tag Millionen Menschen und garantierten, dass dringend benötigte Medikamente verfügbar seien und alle Patienten erreichten. Möglich werde das durch ein dezentrales, wohnortnahes Apothekennetz.
Trotzdem gehörten Apotheken nicht zur kritischen Infrastruktur, weil sie die formalen Kriterien nicht erfüllten. Auch in Katastrophenschutzplänen kämen Apotheken nur selten vor.
Auf diesen Widerspruch weisen die Autoren Cosima Bauer, Professor Dr. Uwe May und Dr. Thomas Müller-Bohn im Gutachten hin. Sie beziehen sich vor allem auf die Sicherstellungsaufträge der Apotheken und des Pharmagroßhandels für die Arzneimittelversorgung, die auch im Krisenfall gelten.
Kippels machte in diesem Zusammenhang deutlich: „Unsere Apotheken schaffen Versorgungssicherheit. Vor allem in der Krise zählt, wer vor Ort für die Menschen da ist.“
Noweda-Chef Michael Kuck ergänzte: „Apotheken und Pharmagroßhandel bilden die Grundlage für Krisenresilienz und müssen in den Katastrophenschutz einbezogen werden. Dafür brauchen sie staatliche Förderung, gleichzeitig aber auch Handlungsspielraum, um im Ernstfall sofort reagieren zu können.“
Dies ist auch eine zentrale Aussage des Gutachtens. So liegt die größte Stärke der Apotheke im Katastrophenfall in ihrer Erreichbarkeit und Dezentralität. „In allen Betrachtungen erweist sich das flächendeckende Netz der Apotheken als herausragender Beitrag zur Krisenresilienz in der Arzneimittelversorgung“, betont das Gutachten. „Ein dezentrales Versorgungskonzept stellt einen eigenen Wert dar, weil lokale Netzwerke nicht erst im Krisenfall aufgebaut werden müssen, sondern bereits bestehen.“
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