Neue Importregeln

Kohlpharma warnt: Apotheker werden Probleme bekommen Alexander Müller, 28.11.2018 11:08 Uhr

Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will an der Importregelung im Grundsatz festhalten, bei der Berechnung der Quote aber eine maßgebliche Änderung vornehmen: 15 Euro Preisabstand sollen nicht mehr für die Quote reichen, 15 Prozent müssen es sein. Vor allem bei Hochpreisern macht dies einen erheblichen Unterschied. Jörg Geller, Geschäftsführer von Kohlpharma, geht nicht davon aus, dass damit der gewünschte Effekt erreicht wird.

Im BMG-Entwurf heißt es: „Die 15-Euro-Grenze hat sich als ungeeignet erwiesen, Wirtschaftlichkeitsreserven insbesondere bei hochpreisigen Arzneimitteln zu heben.“ Die Vorgabe sei überholt. „Bei hochpreisigen Arzneimitteln ist eine Preisabstandsgrenze von 15 Euro als relativ zu gering anzusehen, um eine sinnvolle Steuerungswirkung erzielen zu können“, so die Begründung. Auch der Bundesrechnungshof (BRH) habe in einem Prüfbericht im Jahr 2014 die Regel des absoluten Preisabstandes von 15 Euro zwischen Import- und Bezugsarzneimittel kritisiert.

Bei Kohlpharma ist man von der Argumentation nicht überzeugt: „Das BMG geht davon aus, dass einige Apotheken die vertraglich geregelte Quote mit hochpreisigen Importen erreichen, die nur wenige Promille günstiger sind als das Original. Das mag in Einzelfällen so sein, ist aber sicher nicht die Regel“, gibt Geller zu Bedenken. Tatsächlich greife der Preisabstand von 15 Euro nämlich für alle Importe ab einem Preis von 100 Euro.

Auch wenn ein Preisabstand von 15 Euro bei sehr hochpreisigen Arzneimitteln trivial erscheint, hat die Regel Geller zufolge deshalb ihre Berechtigung: „Das Marktsegment der Importarzneimittel mit einem Preis von über 100 Euro ist für den überwiegenden Anteil der Ersparnisse durch Importe verantwortlich“, so Geller. „Die durchschnittliche Ersparnis liegt bei diesen Arzneimitteln bei 6,8 Prozent, also keineswegs im Promillebereich.“

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