APOSCOPE-Umfrage

So sehen die Kollegen die Importquote APOTHEKE ADHOC, 11.10.2018 11:33 Uhr

Berlin - Der Fall Lunapharm hat die Debatte um die Importquote neu entfacht. Die Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Doch wie bewerten die Teams in den Apotheken das Thema? In einem Wort: Differenziert. Zwar äußern auch Apotheker und ihre Angestellten Kritik an der aktuellen Importquote, eine klare Front dagegen gibt es aber nicht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von APOSCOPE aus der Reihe ACAlert im Auftrag von ACA Müller ADAG Pharma.

Natürlich ist der zuletzt wieder hitzig geführte Streit um die Importquote zwischen Importeuren auf der einen und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) mit der AOK Baden-Württemberg auf der anderen Seite auch in der Offizin angekommen: Drei von vier Teilnehmern der Befragung haben die Debatte wahrgenommen, unter den Inhabern sind es sogar 83 Prozent.

Bei der Bewertung gehen die Meinungen allerdings auseinander. Während knapp 46 Prozent eine kritische Überprüfung der Importregelung begrüßen, winken 26 Prozent genervt ab – diese Debatte werde schließlich alle Jahre wieder geführt. Weitere 4 Prozent vermuten gar ein Ablenkungsmanöver der Pharmaindustrie. Differenziert finden 14 Prozent, dass Importe zwar generell nützlich seien, die Quote aber angepasst werden müsse. Und weitere 11 Prozent warnen: Fällt die Importquote weg, müssen die Kassen woanders sparen, etwa direkt bei den Apotheken.

Den Aufwand mit Importen bewertet rund jeder zweite Inhaber (48 Prozent) als mittelgroß. Allerdings geben mehr Apotheker (29 Prozent) zu, dass der Aufwand gering ist als Kollegen über einen großen Aufwand (22 Prozent) schimpfen. Bei den Angestellten ist dieses Verhältnis umgekehrt.

Trotzdem sind sich alle einig: Die größere Belastung in der Offizin sind die Rabattverträge. Vor die Wahl gestellt, ob sie lieber diese oder die Importquote abschaffen würden, ist das Stimmungsbild eindeutig: 64 zu 27 Prozent votieren gegen die Rabattverträge. 6,3 Prozent finden allerdings, dass beide Sparmaßnahmen ihre Berechtigung haben.

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