KBV will Patienten navigieren

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Berlin - Die Nummer ihres Hausarztes können manche schon auswendig. Künftig empfehlen die Kassenärzte auch eine andere Telefon-Hotline, die zu Neujahr ausgebaut wird – als Wegweiser nicht nur in akuten Fällen.

Wenn es um einen Termin beim Facharzt geht, versuchen es die meisten einfach direkt in der Praxis. Doch manchmal ist es
nervig, erst mehrere Ärzte abzuklappern, bis man endlich fündig wird. Und welche Praxis hat eigentlich gerade Bereitschaft, wenn einem sonntags plötzlich unwohl wird? Für diese Fälle sollen sich Kassenpatienten ab Neujahr nur noch eine Telefonnummer merken müssen: 116 117. Das ausgebaute Angebot soll auch erreichen, dass nicht mehr so viele Patienten gleich ins Krankenhaus gehen, stundenlanges Warten in überlasteten Notaufnahmen inklusive. Die Erwartungen sind hoch.

Die 116 117 werde jetzt zu einem „Patienten-Navi“, sagt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. „Die primäre Art, einen Termin zu organisieren, wird immer noch die Praxis bleiben.“ Für alle ohne Termin soll die Hotline aber eine zentrale Anlaufmöglichkeit sein. Auch die Verbraucherzentralen empfehlen als Neujahrsvorsatz, sich die 116 117 an den Kühlschrank oder den Spiegel zu schreiben, wie der Vorsitzende des Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagt.

Für das neue Angebot wird die schon seit 2012 existierende Nummer für den Bereitschaftsdienst der Ärzte außerhalb der Praxiszeiten deutlich ausgebaut. War sie bisher nur nachts und je nach Bundesland auch an manchen Nachmittagen zu erreichen, soll künftig gelten: jeden Tag, rund um die Uhr. Die Kassenärztlichen Vereinigungen in den Ländern haben ihre Call Center aufgestockt, zum Start am 1. Januar sollen es bundesweit 1500 Mitarbeiter sein. Damit verzahnt werden nun auch bestehende Telefonstellen, die Facharzt-Termine vermitteln. Auch sie waren bisher je nach Land zu verschiedenen Uhrzeiten erreichbar.

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