Kassen: Akte DocMorris bleibt geheim

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Berlin - Wenn DocMorris den eigenen Kunden falsche Quittungen über die geleisteten Zuzahlungen ausstellt, werden die Krankenkassen und das Finanzamt betrogen. Die Kanzlei Hönig & Partner hatte deshalb im Namen mehrerer Apotheker beim GKV-Spitzenverband angeregt, die Zur Rose-Tochter von der Versorgung gesetzlicher Versicherter auszuschließen – vergeblich. Die Kassen wollen auch nicht alle Karten auf den Tische legen: Jetzt hat der Spitzenverband einen Antrag auf Akteneinsicht zurückgewiesen.

Das Steuerbüro Hönig & Partner aus Leipzig hatte den GKV-Spitzenverband bereits im November aufgefordert, DocMorris und die Europa Apotheek Venlo (EAV) vom Rahmenvertrag auszuschließen. Weil die Antwort alles andere als zufriedenstellend war, wurden im März Beweise nachgereicht: DocMorris hatte einer Kundin eine Zuzahlungsquittung zur Vorlage an die Krankenkasse ausgestellt. Vom Kundenkonto der Frau war tatsächlich jedoch nur die Hälfte des Betrags abgebucht worden. Für Hönig & Partner ein klarer Fall von vorsätzlicher Täuschung.

Weil sich die Kassen als Körperschaften des öffentlichen Rechts nicht so offensichtlich täuschen lassen dürfen, mussten sie der Sache nachgehen. Zwischenzeitlich hatten zudem das Landgericht Ravensburg (LG) sowie das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) die niederländische Versandapothekenwegen genau wegen dieser Tricksereien verurteilt: Mit den Quittungen täusche DocMorris die Kassen und den Fiskus.

DocMorris hatte gegenüber dem GKV-Spitzenverband auf Nachfrage versichert, dass die Rechnungsstellung angepasst werde, dies werde aufgrund des „größeren Programmieraufwands“ aber erst im dritten Quartal möglich sein. Laut Fabian Virkus, Rechtsanwalt bei Hönig & Partner, hat DocMorris damit nicht nur die Verstöße eingeräumt, sondern auch zugegeben, die Kassen bislang belogen zu haben. Umso weniger sei zu verstehen, dass diese nach wie vor die Hände schützend über die Versandapotheke hielten und sich auf die lange Übergangszeit einließen. Weil er die Sache so absurd findet, hat er Akteneinsicht beantragt.

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