Kammer: DocMorris ist keine Apotheke

, Uhr

Berlin - Dass DocMorris sich nicht an die Preisbindung hält, hat die Kassen bislang nicht zum Handeln veranlasst. Proteste seitens der Apotheker, die niederländische Versandapotheke vom Rahmenvertrag auszuschließen, verhallten ungehört. Jetzt liefert die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) ein neues Argument: Ihrer Ansicht nach dürfte DocMorris gar nicht auf der Länderliste stehen.

Laut §73 Arzneimittelgesetz (AMG) dürfen Medikamente aus dem Ausland an deutsche Verbraucher verschickt werden, wenn dort „dem deutschen Recht vergleichbare Sicherheitsstandards bestehen“. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlicht demnach in regelmäßigen Abständen eine aktualisierte Übersicht über die jeweiligen Mitgliedstaaten.

Auf der Liste stehen derzeit die Niederlande, Island und Großbritannien, aus Schweden dürfen nur verschreibungspflichtige und aus Tschechien nur verschreibungsfreie Medikamente verschickt werden. Faktisch spielen nur die Niederlande eine Rolle; in der Bekanntmachung des BMG heißt es einschränkend dazu, dass Versandapotheken gleichzeitig eine Präsenzapotheke unterhalten müssen.

Genau diese Auflage erfüllt Doc Morris aus Sicht der AKNR nicht: Das Firmengelände sei so beschildert und angelegt, dass keinerlei Publikumsverkehr möglich sei, behauptet die Kammer. „Eine Präsenzapotheke existiert hier nicht.“ Die Kammer verfügt nach Angaben von Geschäftsführer Dr. Stefan Derix über „aktuelles, umfängliches Dokumentationsmaterial“ – bis hin zum Hinweisschild „Betreten verboten!“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Apotheker denkt radikal um»
Druck auf Softwarehäuser
TI-Nachzügler aufgeschreckt»
Übelkeit, Durchfall & Co. im Sommer
Wenn die Hitze auf den Magen schlägt»
Die Psyche übernimmt das Kommando
Wenn der Stress auf den Magen schlägt»