Warme Worte für Spahn, Nussknacker für Lauterbach

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Karl Lauterbach tritt die Nachfolge von Jens Spahn als Gesundheitsminister an (ab 01:05:00)
Berlin -

Seit dem 14. März 2018 ist Jens Spahn (CDU) Bundesgesundheitsminister, damals übernahm er von Hermann Gröhe (CDU). Heute endet seine Amtszeit, sein Nachfolger ist Karl Lauterbach (SPD). Im Foyer des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) erfolgt heute die Amtsübergabe. Lauterbach kündigte an, in welche Richtung er gehen will.

Zum Video des BMG geht es hier.

Sowohl er auch als sein Nachfolger seien bereits 2013 davon asugegangen, dass sie Gesundheitsminister würden, räumte Spahn ein. Dazu sei es bekanntlich nicht gekommen – bis jetzt. Dabei gebe es im Gesundheitsministerium nicht viel Glanz, man habe „schnell die Torte im Gesicht“, sagte Spahn. Dennoch habe ihn die Arbeit immer erfüllt, gerade auch in Zeiten der Pandemie. Er habe sich gern für die Bürgerinnen und Bürger eingesetzt und für die 3,5 Millionen Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiteten.

Man habe wichtige Modernisierungen angestoßen, etwa die Digitalisierung, und dies komme nun langsam im Versorgungsalltag an. Im Bereich der Pflege habe man die Abwärtsspirale gestoppt; dies bleibe eine, wenn nicht die große Aufgabe für die 20er-Jahre. „Wenn wir nach und in dieser Pandemie nicht gelernt haben, diesen Beruf dauerhaft wertzuschätzen und auch finanziell auszustatten, dann wäre uns nicht zu helfen.“ Spahn dankte den Mitarbeiter:innen im BMG und in den nachgeordneten Behörden für ihren außergewöhnlichen Einsatz in der Pandemie.

„Die Wahrheit ist, dass das Bundesministerium für diese Pandemie nicht ausgelegt war.“ Aufgabe des BMG sei es, Gesetze zu machen. Anders als etwa im Außen- oder Verteidigungsministerium gebe es keine operative Ebene. „Es hat trotzdem funktioniert“, so Spahn. Selbst was anfangs fehlte wie Impfstoffe sei nun ausreichend da. „Sie, Herr Lauterbach, werden das gesetzte Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Jahresende erreichen.“

Vieles sei gelungen, aber er haben in der Pandemie auch Dinge falsch eingeschätzt und Fehler gemacht, so Spahn. Man habe dabei versucht, immer die besten Entschiedungen zu treffen, aber fast alles sei auch neu gewesen. „Es war die bisher größe Aufgabe meines Lebens, mit allen Höhen und Tiefen. Und ich möchte keinen Tag missen.“ Rückblickend gebe es Dinge, die er anders entscheiden hätte müssen. „Wir haben in der öffentlichen Debatte die Krise nie als das angenommen, was sie ist: Eine Situation, die immer wieder neue Entscheidungen erfordert.“ In Talkshows sei es dann leicht, abstrakt über das Thema zu debattieren. Lauterbach wünschte er Erfolg, aber auch Kraft und Ausdauer. „Es geht hier nicht um politische Karrieren“, so Spahn, sondern um dei Gesundheit von Millionen Bürgerinnen und Bürgern.

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