Hessen: Kammer verdoppelt Beiträge für Approbierte in Teilzeit | APOTHEKE ADHOC
Erste Beitragserhöhung seit 2001

Hessen: Kammer verdoppelt Beiträge für Approbierte in Teilzeit

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Berlin -

Angestellte Apotheker:innen in Hessen haben kürzlich unangenehme Post von ihrer Kammer: Beitragserhöhung. Für Kollegen in Teilzeit steigen die Mitgliedsbeiträge um bis zu 100 Prozent. Obwohl es auf den ersten Blick enorm wirke, handele es sich dabei aber lediglich um eine moderate Erhöhung, verteidigt Kammergeschäftsführer Ulrich Laut den Schritt. Denn die letzte Beitragserhöhung sei mittlerweile 20 Jahre her.

Wirklich überrascht könne eigentlich niemand von der Erhöhung sein, sagt Laut. Denn die Überarbeitung der Beitragsordnung sei ja nicht über Nacht beschlossen worden, sondern ganz regelkonform von der Delegiertenversammlung der Kammer, und zwar schon im Juni. Die abstrakte Information werde aber nun mal für viele erst dann greifbar, wenn sie es im Bescheid schwarz auf weiß lesen.

Und in Zahlen fällt die Erhöhung tatsächlich deutlich aus: Angestellte Approbierte in öffentlichen Apotheken mussten bisher 20 Euro im Quartal zahlen, wenn sie bis zu 20 Stunden die Woche arbeiten, und darüber hinaus 40 Euro. Daraus werden nun 40 und 70 Euro. Bei den Industrieapothekern fällt die Erhöhung moderater aus: Bis 20 Stunden Wochenarbeitszeit zahlen sie weiterhin 20, über 20 Stunden steigt der Beitrag von 35 auf 40 Euro. Die Inhaber werden weiterhin auf 40 Umsatzgruppen aufgeteilt, nach denen der Beitrag gestaffelt ist. Der zu zahlende Beitrag reicht dabei von 287 Euro im Jahr bei 500.000 Euro Jahresumsatz bis zu 17.424 Euro im Jahr für Apotheken mit mehr als 17 Millionen Euro Umsatz. Eine Apotheke mit einem Jahresumsatz zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro zahlt 1237 Euro im Jahr.

Der erhöhte Finanzbedarf entstehe unter anderem dadurch, dass nach einem Urteil des Bundessozialgerichts zu Mitgliedsbescheinigungen beim Stellenwechsel eigens eine neue Mitarbeiterin eingestellt werden musste, die sich nur um diese Bescheinigungen kümmert. Außerdem seien durch die Ausgabe des elektronischen Heilberufsausweises durch die Kammer neue Kosten hinzugekommen.

Laut sagt, er könne einen gewissen Unmut zwar verstehen – allerdings dürfe man nicht vergessen, dass die Erhöhung als statistisches Mittel über die Dauer der Zeit betrachtet sogar recht gering ausfalle. „Wir hätten die Beiträge eigentlich schon vor Jahren erhöhen müssen, konnten das aber hinauszögern, weil wir noch Rücklagen hätten“, so der Kammergeschäftsführer. „Wenn wir jedes Jahr einen Euro mehr genommen hätten, wären wir nach zehn Jahren auch bei dieser Erhöhung rausgekommen. Aber wir haben uns dafür entschieden, das einmalig zu tun – und zwar nach 20 Jahren.“

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