Arzneimittelversorgung

Zuzahlung & Transport: Großhandel möchte fair spielen

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Berlin -

Der Großhandelsverband Phagro fordert von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) mehr Fairness bei der Arzneimittelversorgung. Die bewährten Strukturen über Vor-Ort-Apotheken und den vollversorgenden pharmazeutischen Großhandel müssten vor unfairem Wettbewerb geschützt werden, so der Phagro-Vorsitzende Marcus Freitag anlässlich des morgen startenden Deutschen Apothekertags (DAT).

Unfair findet Freitag zum Beispiel die Regelungen zur Einhaltung von Temperaturvorgaben: Arzneimittelversender aus de EU-Ausland würden faktisch nicht kontrolliert. „Großhandel und Apotheken tragen Kosten, die sich ausländische Mitbewerber sparen“, erklärt Freitag. Pläne, im Rahmen der Apothekenreform eine rechtliche Grundlage für die behördliche Kontrolle des grenzüberschreitenden Arzneimittelversands einzuführen, seien nicht umgesetzt worden. „Darum muss sich der Minister mit Nachdruck kümmern“, fordert Freitag.

Er verspricht sich von Linnemann, dass er sich für verlässliche Rahmenbedingungen und faire Spielregeln in der Arzneimittelversorgung einsetze. Immerhin: Der vollversorgende Großhandel sichere die flächendeckende Belieferung der Apotheken mit allen nachgefragten Medikamenten, so Freitag. Da müsse Politik dafür sorgen, dass Arzneimittel-Vollversorgung wieder wirtschaftlich möglich sei. „Derzeit verdienen wir mit 65 Prozent der rezeptpflichtigen Arzneimittel kein Geld mehr.“

Auch beim Zuzahlungsverzicht erwartet Freitag Konsequenzen: Aus seiner Sicht muss dem unzulässigen Erlass von Zuzahlungen bei GKV-Rezepten durch EU-Versender Einhalt geboten werden. Die mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) beschlossene erhöhte Zuzahlung drohe sich geradezu als Turbo für die Versender zu erweisen – weil diese Rabatte darauf gewährten. Eine Option, die Vor-Ort-Apotheken rechtlich verwehrt werde. „Diese Praxis zu beenden, ist Aufgabe der Bundesregierung, nicht der Selbstverwaltung“, so Freitag.

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