Die Preise für Diesel und Benzin setzen den pharmazeutischen Großhandel immer stärker unter Druck. So seien seit Beginn des Irankriegs zusätzliche Spritkosten von etwa 7,4 Millionen Euro entstanden. Die Spritpreisbremse konnte hier nur teilweise dämpfen. Der Großhandelsverband Phagro fordert politische Unterstützung.
„Die Spritpreisbremse hat die Belastung bis Ende Juni zumindest teilweise gedämpft“, so die Phagro-Geschäftsführer Michael Dammann und Thomas Porstner. Seit Juli würden die Kraftstoffkosten den Großhandel „jedoch wieder mit voller Wucht“ treffen. „Sollten die Preise auf diesem Niveau bleiben, würden sich die Mehrkosten bis zum Jahresende auf rund 19 Millionen Euro summieren“, meldet der Verband.
„Dieses Geld fehlt dort, wo es gebraucht wird: bei der zuverlässigen, mehrmals täglichen Belieferung von Apotheken mit Arzneimitteln“. Auf rund 450 Millionen Kilometer kämen die vollversorgenden Großhändler. „Will die Politik weiterhin, dass wir jede Apotheke in Deutschland täglich mehrmals beliefern, auch weit entfernte Dorfapotheken mit geringen Bestellmengen, dann muss sie dafür sorgen, dass dies auch wirtschaftlich geleistet werden kann“, fordern die Phagro-Geschäftsführer.
Das Problem liege auch darin, dass anders als es in anderen Bereichen üblich ist, die gestiegenen Kosten nicht weitergegeben werden könnten; der Großhandel bleibe somit auf den Mehrkosten sitzen. „Die Arzneimittelversorgung darf nicht das Opfer steigender Energiepreise werden. Apotheken auch künftig zuverlässig und täglich mit den benötigten Arzneimitteln zu versorgen, muss höchste politische Priorität haben“, so Dammann und Porstner.
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