Auch der Pharmagroßhandel wartet dringend auf eine Normalisierung der Spritpreise. Seit Ausbruch des Irankriegs habe die Branche eine Mehrbelastung in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu tragen. „Die enorm gestiegenen Tourenkosten setzen den Pharmagroßhandel massiv unter Druck“, sagt Marcus Freitag, Vorsitzender des Großhandelsverbands Phagro.
Die vollversorgenden Pharmagroßhandlungen hätten seit Ausbruch des Kriegs im Iran am 28. Februar erhebliche Mehrkosten durch die hohen Dieselpreise. Bislang summieren sich diese laut Phagro auf 3,5 Millionen Euro. Bis zum Ende des Monats werden die Mehrkosten bei fünf Millionen Euro liegen.
Solange sich die Spritpreise nicht ändern, kommt ab Mai eine monatliche Mehrbelastung in Höhe von circa zwei Millionen Euro hinzu. Die von der Bundesregierung beschlossene Steuerreduzierung um 17 Cent pro Liter ab dem 1. Mai sei hier bereits eingerechnet.
„Damit Arzneimittel flächendeckend und verlässlich verfügbar sind, legen unsere Mitgliedsunternehmen jeden Tag tausende Kilometer Wegstrecke zurück“, so Freitag. Die höheren Kosten wirkten sich daher unmittelbar auf die Ertragslage des Großhandels aus, denn die gesetzlich festgelegten Preise für verschreibungspflichtige Medikamente böten keinen Spielraum, diese Preissteigerungen weiterzugeben.
„Diese Kosten sprengen die ohnehin engen wirtschaftlichen Grenzen unserer seit 2012 von der Bundesregierung nicht angepassten Großhandelsvergütung. Sie sind nicht mehr tragbar und gefährden akut die Stabilität der Versorgung”, so Freitag.
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