Homöopathie

GroKo-Attacke auf Apothekenpflicht APOTHEKE ADHOC, 14.09.2018 10:14 Uhr

Berlin - „Hokuspokus“ oder alternative Medizin – die Meinungen über die Homöopathie gehen in Wissenschaft wie Politik weit auseinander. Auffällig häufig wird in jüngster Zeit nicht nur die Erstattung, sondern auch die Apothekenpflicht von homöopathischen Mitteln infrage gestellt. Die Debatte hat jetzt auch die Große Koalition erreicht. Zu einer Attacke haben sich Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach zusammengetan.

Im Zentrum der Kritik stehen die Kostenübernahme durch die Krankenkassen, die Apothekenpflicht für homöopathische Medikamente und die angeblich mangelnde Qualifikation von Heilpraktikern und Homöopathen. Hecken sagte jetzt gegenüber der Stuttgarter Zeitung: „Versicherte müssen sich verlassen können, dass die Kassen nur bezahlen, was einen Wirkungsnachweis erbracht hat.“ Er fordert „die Streichung der Homöopathie aus den Satzungsleistungen der Kassen, also den freiwilligen Leistungen“.

Hecken sieht auch „keinen Grund für die Apothekenpflicht“. Sie suggeriere, „dass es sich um Produkte mit erwiesener Wirksamkeit handelt, die einer Beratung bedürften“. Tatsächlich aber läge die medizinische Evidenz homöopathischer Produkte „auf dem Niveau von Brausetabletten und Nahrungsergänzungsmitteln“. Mit der Homöopathie auf Kundenfang zu gehen, sei nicht mit der Verantwortung der Krankenkassen gegenüber ihren Versicherten vereinbar, hatte Hecken bereits bei früherer Gelegenheit kritisiert. Ein Nutzennachweis für die alternative Heilmethode fehle; man solle die Kostenübernahme nicht nutzen, um neue Versicherte in die Kasse zu kriegen.

Auf Unterstützung für seine Forderungen stößt Hecken bei Gesundheitspolitikern der Großen Koalition: „Die Apothekenpflicht kann abgeschafft werden“, sagte Mechthild Heil, Verbraucherschutzbeauftragte der Unionsfraktion, der Stuttgarter Zeitung. Die CDU-Gesundheitspolitikerin Claudia Schmittke pflichtet ihr bei: „Wenn die Kassen einen wissenschaftlichen Nutzen nachweisen können, darf es eine Erstattung geben. Sonst nicht.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Noweda-Zukunftspakt

Mehr Hefte, mehr Apotheken»

Pharmahersteller

Weleda verliert bei Arzneimitteln»

Trockene Haut

Bi-Oil kommt als Gel»
Politik

Kassenchef Christopher Hermann

AOK: Mr. Rabattvertrag hört auf»

Gleichpreisigkeit

Laumann will nun doch das Rx-Versandverbot»

Konversionstherapien

„Homo-Heilung“: Spahn will Ärzte bestrafen»
Internationales

Österreich

Revolte gegen Verbandspräsident Rehak»

Digitalisierung

Österreich: eRezept bis 2022 im ganzen Land»

Anarchie in der Offizin

Apothekerin hustet Kunden was»
Pharmazie

Prostatakrebs

Darolutamid: Bayer legt positive Daten vor»

Verlust der Erstattungsfähigkeit

Thymiverlan ist nur noch traditionelles Arzneimittel»

Arzneimittel oder Lebensmittel?

Melatonin: Rechtslage ungewiss»
Panorama

Pillen für Afrika

Pharma-Bande in Hamburg aufgeflogen»

Digitalkonferenz

VISION.A Awards: Jury wählt Shortlist»

Vergiftungs-Informations-Zentrale

Freiburg: Immer mehr Anfragen beim Giftnotruf»
Apothekenpraxis

Warenwirtschaft

Securpharm in der Lochkarten-Apotheke»

Apotheker sollen Ware abholen lassen

Mucosolvan Phyto Complete: Porto zahlt Apotheke»

Falsche PZN hinterlegt

ViiV erklärt 2D-Code-Panne»
PTA Live

Völker-Schule Osnabrück

PTA-Erfolgsquote: 100 Prozent bestanden»

LABOR-Download

Arbeitshilfe: Wechselwirkungen mit Lebensmitteln»

LABOR-Debatte

Valentinstag: Auch in den Apotheken?»
Erkältungs-Tipps

Aromatherapie

Ätherische Öle bei Erkältung»

Erkältung

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Erkältungstipps aus dem Nahen Osten

Gesund werden mit Ölziehen, Nasya und Yoga?»