Grippeimpfstoffe: Spahn geht gegen Engpässe vor

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Ein Ärzte-Hopping macht Saar zwar nicht für den Engpass verantwortlich, möglich sei jedoch, dass Pfälzer-Apotheken über den Großhandel Ware abziehen, denn beide Regionen greifen zum Teil auf die gleichen Großhändler zurück. In Rheinland-Pfalz sei ein deutliches Manko an Grippeimpfstoffen zu verzeichnen, verursacht durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Dem Vernehmen nach sollen im August Ärzte von der KV aufgefordert worden sein, nur geringe Mengen Impfdosen vorzubestellen. Der Grund: Die Kassen würden den zu viel bestellten Impfstoff, der im Sommer noch in den Kühlschränken lagert, nicht erstatten.

Die KV dementiert den Vorwurf. „Wir haben unsere Ärzte darüber informiert, nicht über den Bedarf hinaus zu bestellen“, so ein Sprecher. „Wir haben nicht gesagt, bestellt weniger.“ An die Ärzte ging lediglich ein Appell raus, den Bedarf gut zu kalkulieren. Tatsächlich stand im Schreiben vom 15. August: „Keine Vorbestellungen. Die KV RLP erinnert noch einmal daran, keine Grippe-Impfstoffe vorzubestellen, sondern diese bei Bedarf in angepassten Mengen zu ordern. Hilfreich zur Orientierung ist eine Teilmenge der verbrauchten Grippeimpfstoffe der Saison 2017/2018. Nicht verbrauchte Impfstoffe können nicht zurückgegeben werden. Bei Überhängen zwischen Bezug der Grippeimpfstoffe und Abrechnung der Impfziffern können Regressforderungen durch die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland im Namen der Gemeinschaft der Kostenträger entstehen.“

Apotheker sind nun jedoch in der undankbaren Lage, das Manko auszugleichen und Impfstoffe zu besorgen. Die Hersteller produzieren jedoch keine Impfdosen mehr. Dass die Vorbestellungen nicht reichen würden, darauf war man nicht gefasst. Bis Ende Oktober wurde im Saarland der Großteil der Bevölkerung – entsprechend den Vorbestellungen – geimpft. Die von den Herstellern als Puffer produzierte Menge reichte im Saarland bis jetzt. Denn hier wurde der Normalbedarf am saisonalen Grippeimpfstoff vorbestellt. Saar schätzt, dass 95 Prozent der Impfwilligen bereits immunisiert sind. Etwa 5 Prozent der Impfbereiten sind demnach ohne Vakzine.

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