Grippeimpfstoff: Spahn unter Beschuss

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Berlin - Ärzte und Patientenschützer haben Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Verfügbarkeit von Grippeimpfstoff kritisiert.

Der Deutsche Hausärzteverband forderte, der Grippeimpfstoff müsse jetzt überall verfügbar sein. „Die Nachfrage ist in vielen Regionen, sicherlich auch aufgrund der medienwirksamen Aufrufe aus der Politik, sehr früh in diesem Jahr sehr hoch“, erklärte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt. „Das gibt eigentlich Anlass zur Freude. Allerdings sind in einigen Hausarztpraxen die ersten Impfdosen bereits verimpft und die Kolleginnen und Kollegen suchen händeringend Nachschub.“

„Ich appelliere daher an die Politik: Es muss dringend sichergestellt werden, dass jetzt überall genügend Impfdosen vorhanden sind und es nicht zu längeren Verzögerungen kommt. Es darf nicht sein, dass einerseits zum Impfen aufgerufen wird, dann aber die Impfstoffe nicht nachkommen“, so Weigeldt. „Dass es bereits Mitte Oktober zu ersten regionalen Engpässen kommt, ist gerade in diesem Jahr problematisch. Viele Patientinnen und Patienten sind durch die Pandemie zu Recht verunsichert – wenn es dann in der Praxis oder Apotheke heißt, dass es aktuell keinen Impfstoff mehr gibt, sorgt das für Verunsicherung und Unmut.“

Aus der Opposition kommt Kritik: „Dass der Minister jetzt lokale Lieferengpässe einräumen muss, halte ich für äußerst bedenklich“, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus. „Der Minister hätte von Anfang an darauf hinweisen sollen, dass sich am Anfang der Grippesaison zunächst Risikogruppen sowie Akteure im Gesundheitsbereich impfen lassen sollen.“ Dass der Impfstoff derzeit ungleichmäßig verteilt sei und es in einigen Regionen Engpässe gebe, hätte Spahns Ministerium früher als „Problem erkennen und mit einer Informationsstrategie entgegenwirken müssen“, so Aschenberg-Dugnus. Sie hätte hier „mehr Weitsicht erwartet“.

„Spahn fehlt ganz offensichtlich eine erkennbare Impfstrategie“, so Kordula Schulz-Asche (Grünen). „Das schafft gerade kein Vertrauen in der Bevölkerung.“ Sie verwies darauf, dass Spahn erst im Frühjahr bei der Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung „ähnlich chaotisch“ reagiert habe. Damals hatte es ebenfalls einen Aufruf, aber keinen Impfstoff gegeben.

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