Großhandelsmarge

Gehe schlägt Alarm: Historischer Tiefpunkt erreicht APOTHEKE ADHOC, 18.09.2018 12:51 Uhr

Berlin - Gerade erst hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Entwurf zum Terminservice-Gesetz (TSVG) eine Skonti- und Rabattsperre über das 70 Cent-Fixhonorar des Großhandels verhängt, da legt der Stuttgarter Großhändler Gehe in einem Brandbrief nach: Im August habe die Marge bei Gehe einen „historischen Tiefpunkt“ erreicht, schreibt Gehe-Cheflobbyistin Manuela-Andrea Pohl an Spahn, an die Mitglieder des Gesundheitsausschusses und auch ans Bundeswirtschaftsministerium. Hauptgrund für die Misere ist laut Gehe die steigende Zahl der Hochpreiser.

„Den historischen Tiefpunkt der GH-Spanne bei Gehe im August 2018 nehmen wir daher zum Anlass, uns an Sie zu wenden und fordern: Erhöhung des Festzuschlags von 70 auf 96 Cent pro Packung. Rechtssichere Fixierung des Festzuschlags als Reaktion auf das BGH-Urteil vom 5. Oktober 2017. Einführung einer jährlichen dynamisierten Anpassung des Festzuschlages. Die Anpassung muss dabei an die Kostenentwicklung des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels bei wirtschaftlicher Betriebsführung angepasst werden“, heißt es in dem Schreiben.

Damit die qualitativ hochwertige und flächendeckende Versorgung aller Patienten mit Arzneimitteln auch in Zukunft erfolgen könne, „bitten wir unser Anliegen in Ihren anstehenden Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen“.

Aus „aktuellem Anlass wenden wir uns mit diesem Brief an Sie als politischen Entscheidungsträger“, um auf eine gravierende Fehlentwicklung im deutschen Gesundheitssystem hinzuweisen: Die Großhandelsspanne befinde sich seit Jahren im Sinkflug und habe bei Gehe im August einen „historischen Tiefpunkt“ erreicht. Auch die branchenübergreifende Großhandelsspanne bestätige diese Entwicklung: Während 2003 die Spanne des pharmazeutischen Großhandels noch bei 12,52 Prozent gelegen habe, betrage sie laut Phagro 2017 nur noch 4,38 Prozent.

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