E-Rezept-Verweigerer: Honorarkürzung für jeden 10. Arzt

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Berlin - Die Einführung von E-Rezept und ePatientenakte stößt auch in der Ärzteschaft auf Widerstand. Wie groß der ist, lässt eine aktuelle Zahl aus Hessen jetzt erkennen: Einem internen Sitzungsprotokoll der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) zufolge waren über 10 Prozent der dortigen Betriebsstätten zu Jahresbeginn nicht angeschlossen und haben deshalb eine Honorarkürzung erhalten. Besonders die Psychotherapeuten zeigen sich renitent.

Seit dem 1. Januar 2019 müssen alle Arztpraxen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen. Seit diesem Stichtag sind Honorarkürzungen als Sanktion für den Nicht-Anschluss vorgesehen, wurden jedoch bis zum 30. Juni ausgesetzt – allerdings nur für die Praxen, die bis Ende März die notwendigen Verträge für den Erwerb der erforderlichen technischen Komponenten nachweisen konnten. Über die Art des Nachweises entscheidet die jeweilige KV. Allen anderen droht eine Honorarkürzung von 1 Prozent.

Davon sind in Hessen 1408 der 10.975 Ärzte und Psychotherapeuten betroffen, die im ersten Quartal mit der KV ihr Honorar abgerechnet haben. Das geht aus einem internen Sitzungsprotokoll der KVH von Ende Juni hervor, das die Bürgerrechtsgruppe „Die Datenschützer RheinMain“ kürzlich veröffentlicht hat. Im Rahmen eines Treffens der Vorsitzenden der hessischen Berufsverbände hatte sich der KVH-Vorstandsvorsitzende Frank Dastych zum aktuellen Sachstand der Telematik-Infrastruktur eingelassen.

Demnach wurde das VSDM in 3374 Betriebsstätten bereits durchgeführt, was 39,76 Prozent aller Praxen entspreche, die im ersten Quartal Honorar mit der KV abgerechnet haben – nicht einmal 40 Prozent der Praxen liegen also im Soll. 3682 Praxen hätten wiederum den Anschaffungsnachweis der TI-Komponenten erbracht. Und 1408 Praxen seien von einer Honorarkürzung betroffen.

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