Umfrage: Verbraucher wollen keine ePA

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Berlin - Die elektronische Patientenakte (ePA) entwickelt sich zum Flop: Nach dem holprigen Start zum Jahresbeginn bleibt die Nachfrage weiterhin gering. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) hat das einen einfachen Grund: Die Mehrheit der Patienten steht der ePA reserviert bis ablehnend gegenüber.

Unter Verbrauchern herrschen laut DPNW nach wie vor große Vorbehalte gegenüber der ePA – weder wollen sie ihre Patientendaten in einer elektronischen Akte speichern, noch wollen sie, dass Leistungserbringer sich ohne ihr Wissen darüber austauschen können. Demnach gaben 83 Prozent der Teilnehmer an, dass sie ihren Ärzten und Psychotherapeuten bei einer elektronischen Speicherung ihrer Daten weniger anvertrauen würden als bisher. Auch der freie Austausch vertraulicher Daten ohne Zustimmung der Patienten zwischen Behandlern wird von 75 Prozent der Befragten abgelehnt. Besorgt zeigte sich die Mehrzahl der Befragten bei der Frage, ob Betriebsärzte Einblick in die ePA haben sollten. 84 Prozent lehnten dies ab.

Die bisherigen Aufwendungen seitens Bund und Krankenkassen sehen drei Viertel der Befragten als verschwendet an, so der Verband. 85 Prozent gaben an, dass die bisherige Speicherung der Krankendaten in den Arztpraxen ausreichend sei. Besonders die Sorge vor Datenmissbrauch treibt dabei offensichtlich viele Menschen um: 90 Prozent gaben an, dass sie Angst davor hätten, 86 Prozent lehnen die zentrale Speicherung in der Gesundheitscloud ab. Auch die Weitergabe ihrer Daten zu Forschungszwecken, wie es vergangenes Jahr per Gesetz erleichtert wurde, lehnen demnach 84 Prozent ab – zumindest, wenn sie nicht vorher gefragt werden.

Zwischen Januar und März beteiligten sich 642 Menschen an der Umfrage, zwei Drittel davon Frauen und 80 Prozent im Alter zwischen 31 und 65 Jahren. Deshalb stellt sich die Frage, wie repräsentativ die Umfrage für die Gesamtbevölkerung ist. Die Psychotherapeuten zählen unter allen Leistungserbringern zu den entschiedensten Gegnern der vom Bundesgesundheitsministerium verordneten Digitalisierung des Gesundheitswesens, was sich nicht zuletzt in einer besonders niedrigen Quote beim Anschluss an die Telematikinfrastruktur spiegelt.

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