Krauß (CDU) will Michalk beerben | APOTHEKE ADHOC
Bundestagswahl

Krauß (CDU) will Michalk beerben

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Berlin -

Zum Ende der Legislaturperiode verlässt Maria Michalk (CDU) den deutschen Bundestag. Das Gerangel um die frei werdenden Positionen durch den Rückzug der gesundheitspolitischen Sprecherin ist in vollem Gange – im sächsischen Wahlkreis Bautzen und in der CDU-Landesgruppe Sachsen. Der Wahlkreis Bautzen gilt als sichere Bank für die Union und ist bereits vergeben. Der Posten im Gesundheitsausschuss verspricht Aufmerksamkeit. Dafür läuft sich der CDU-Newcomer Alexander Krauß aus dem Erzgebirge warm.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte CDU-Frau Michalk den Wahlkreis souverän gewonnen und damit ihr langjähriges Direktmandat verteidigt. Ein weiteres Mal will die 67-Jährige jedoch nicht mehr antreten. Als neuen Direktkandidaten wird die Union den Bernsdorfer Bäckermeister Roland Ermer ins Rennen schicken. Der 53-Jährige hatte sich im Herbst gegen drei weitere Bewerber in seiner Partei durchgesetzt.

Die Wahl gilt durchaus auch als Richtungsentscheidung innerhalb der Bautzener CDU. Roland Ermer betont konservative Werte, sieht die Partei unter Angela Merkel zu weit nach links gerückt. Das Direktmandat im Wahlkreis Bautzen I ging bislang stets an die Christdemokraten, 2013 mit 49,2 Prozent an Michalk. SPD lag abgeschlagen mit 11,4 Prozent auf dem dritten Platz noch hinter der Kandidatin der Linken. An den grundsätzlichen Machtverhältnissen dürfte sich am 24. September nichts ändern.

Ein paar Kilometer südwestlich im Wahlkreis 164 macht sich auch CDU-Neuling Alexander Krauß berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag: Er kandidiert im ebenfalls CDU-lastigen Wahlkreis Erzgebirge I als Direktkandidat. Zuletzt holte dort Günter Baumann mit satten 50,2 Prozent das Bundestagsmandat. Die SPD lag hier ebenfalls abgeschlagen mit 12,1 Prozent auf dem dritten Platz hinter der Kandidatin der Linken mit 20,6 Prozent.

Damit dürfte Alexander Krauß so gut wie sicher in den Bundestag einziehen. Und der CDU-Politiker strebt in die Gesundheitspolitik: Im Sächsischen Landtag ist Krauß Fachsprecher der CDU für Gesundheit und Vorsitzender des Fachausschusses Soziales und Verbraucher. „Ich habe Interesse, die Arbeit von Maria Michalk im Gesundheitsausschuss fortzusetzen“, meldet Krauß im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC Ansprüche an.

Aus sächsischer Sicht gilt der Platz im Gesundheitsausschuss als Erbhof der Landes-CDU. So vermessen, sich Hoffnungen auf die Nachfolge von Michalk als gesundheitspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion zu machen, ist Krauß natürlich nicht. Newcomer müssen in der Regel erst eine Wahlperiode Erfahrung im Bundestag sammeln, bis sie für verantwortungsvollere Aufgaben in Frage kommen.

Zu den Apotheker interessierenden gesundheitspolitischen Fragen hat der Nachwuchspolitiker klare Ansichten: „Ich stehe voll und ganz auf der Seite der Apotheker“, sagt Krauß mit Blick auf den Streit um das Rx-Versandverbot. Mit der sächsischen Apothekerkammer und dem Verband gebe absolute Übereinstimmung: „Da passt kein Blatt zwischen uns.“

Noch keine ausgefeilten Vorschläge hat Krauß für die nach der Wahl anstehenden Debatte über eine Reform des Apothekenhonorars. Wichtig dabei sei „die Stabilisierung der Apotheken im ländlichen Raum“, sagt Krauß. Von einem von den Grünen und der FDP ins Gespräch gebrachten Sicherstellungszuschlag hält er allerdings nichts – auch von einem Extra-Honorar für die Beratung nicht: „Die Apotheken sollen gut beraten, das muss aber im Honorar enthalten sein.“

Wenn es das Wahlergebnis hergibt und er wählen könnte, würde Krauß wieder mit der FDP koalieren. Dass die FDP Nein zum Rx-Versandverbot sagt und das Mehr- und Fremdbesitzverbot abschaffen will, schreckt Krauß nicht ab: „Dazu müssen wir im Koalitionsvertrag auf jeden Fall eine Regelung finden. Das muss das Ziel sein. Später bekommen wir das sonst nicht mehr hin.“ Falls es mit der FDP nicht klappt, kann sich Krauß die Fortsetzung der Koalition mit der SPD gut vorstellen. Mit den Grünen möchte der 42-jährige Politiker nicht zusammen auf der Regierungsbank sitzen: „Das sollten wir vermeiden.“

Geboren wurde Krauß 1975 in Erlabrunn im Erzgebirge. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er Politik- und Medienwissenschaften in Leipzig und Prag. Seit 2004 arbeitet er für die CDU im sächsischen Landtag. Seit 2011 ist er im Vorstand der CDU-Sozialausschüsse aktiv. Beim Sozialflügel der CDU ist er stellvertretender CDA-Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender in Sachsen.

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