Bundestagswahl

Lauterbach sichert sich „Tunnel-Stimmen“ Lothar Klein, 08.08.2017 12:15 Uhr

Berlin - In seinem Wahlkampf-Kalender hat Karl Lauterbach (SPD) jetzt neue Termine: Bei allen Aktionen der Leverkusener Bürgerinitiativen, die für einen langen Autobahntunnel plus sanierter Rheinbrücke im Kölner Norden kämpfen, wird ein Mann nicht fehlen: Der SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte der SPD. „Mit Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD), MdB“ wird nunmehr auf allen Zetteln stehen. Der Tunnel-Deal ist perfekt. Lauerbach will das Projekt Rheintunnel nach seiner Wiederwahl in den Bundestag tragen. Die Bürgerliste Leverkusen ruft dafür zu seiner Wahl am 24. September auf.

„Ich trete als Kandidat zurück und unterstütze die Kandidatur von Karl Lauterbach", verkündete Daniel Werner, Ex-Direktkandidat bei einem gemeinsamen Pressegespräch von Bürgerinitiative und Lauterbach, den „Tunnel-Deal“, wie die Rheinische Post berichtet. „Wenn zwei Leute für dasselbe Ziel eintreten, ist das nicht zielführend.“ Zumal er als Direktkandidat nur etwa 2 bis 3 Prozent der Stimmen erwarten könne, wie die Landtagswahl gezeigt habe.

Genau diese Stimmen könnten jedoch nachher dem SPD-Bundestagsabgeordneten für seine Wiederwahl fehlen. Mit dem Tunnel-Deal steigen Lauterbach Wahlchancen signifikant. Vor vier Jahren unterstützte die Bürgerliste noch den CDU-Kandidaten Helmut Nowak, der entsprechend erstaunt reagiert: „Ich finde diesen Deal sehr bemerkenswert. Damals haben wir aber keinen Handel daraus gemacht."

Anfang des Jahres, als sich Werner für die Kandidatur entschieden habe, sei er der Einzige gewesen, der sich beim Ausbau der Autobahn A1 für die „Kombilösung“, Tunnelbau und Sanierung der alten Autobahnbrücke über den Rhein, eingesetzt habe. Mittlerweile befürworte auch Lauterbach diese Variante. „Die Belastung mit Feinstaub, Stickoxid und Lärm ist in Leverkusen sehr hoch", bestätigte Lauterbach seinen Sinneswandel zum Tunnelprojekt. Dadurch steige die Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung. Etwa 150 bis 200 Leverkusener pro Jahr würden dadurch an Herzinfarkten oder Schlaganfällen sterben. „Hinzu kommen Demenzerkrankungen", zitiert die Rheinische Post den Mediziner.

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