Drei Viertel der Anträge genehmigt

Barmer: Bayern ist Cannabis-Spitzenreiter

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Den Grund für die hohe Anzahl an Anträgen und deren gute Bewilligungsquote sieht die Barmer in der Erfahrung der dortigen Ärzte. „In Bayern gibt es auch deshalb so viele Cannabis-Verordnungen, weil es dort sei Mitte der 90er-Jahre einen Forschungsschwerpunkt an der Universität München gab“, sagt die leitende Medizinerin der Barmer, Dr. Ursula Marschall. „Dementsprechend erfahren sind die Ärzte mit der Formulierung der Anträge.“

Dies sei nicht überall in gleichem Maße der Fall, wodurch es in anderen Gegenden zu niedrigeren Bewilligungsquoten kommen könne. „Wenn in manchen Regionen viel weniger Cannabis-Anträge bewilligt werden können als in anderen, kann dies auch an Informationsdefiziten und fehlerhaften Anträgen liegen. Hier ist zusätzliche Aufklärung erforderlich“, so Marschall. Einer der Hauptgründe für Ablehnungen sei, dass Anträge gestellt wurden, obwohl im jeweiligen Krankheitsbild noch nicht alle anderen Therapiealternativen geprüft wurden. Schlusslicht bei der Genehmigungsquote ist Hessen, wo nur 56,4 Prozent der Anträge positiv beschieden wurden. Bremen ist mit 59,4 Prozent nur knapp darüber. Die drittschlechteste Quote hat Nordrhein-Westfalen mit 60,7 Prozent.

Insgesamt bekamen Barmer-Versicherte der Kasse zufolge seit März 2017 fast 83.000 Einheiten Cannabis-haltiger Präparate verordnet, darunter fast 20.000 Einheiten unverarbeiteter Cannabisblüten. 35,3 Millionen Euro hat das die Barmer nach eigenen Angaben gekostet. „Die Nachfrage nach Cannabisblüten ist so hoch, dass es mitunter zu Lieferengpässen kommen kann“, sagt Marschall.

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