Mobile Arztpraxis

Apobank fördert Telemedizin-Rucksack APOTHEKE ADHOC, 31.07.2018 13:01 Uhr

Berlin - Der Beschluss des Ärztetages im Mai dieses Jahres, das Fernbehandlungsverbot zu lockern, wird nach Ansicht der Apotheker- und Ärztebank (Apobank) die künftige Patientenversorgung verändern. Denn telemedizinische Anwendungen ersparten Zeit und Wege, sowohl dem Arzt als auch dem Patienten, „sie sind aber vor allem eine Chance, die Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu verbessern“, so Daniel Zehnich, Apobank-Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik. Erste Lösungen und Pilotprojekte existieren bereits heute und werden auch schon im Regelbetrieb angewendet.

Dazu gehört zum Beispiel der sogenannte „TeleArzt“, der von Dr. Thomas Aßmann, einem Landarzt aus Lindlar im Bergischen Land entwickelt wurde und vom Deutschen Hausärzteverband unterstützt wird. Dabei handelt es sich um einen speziellen Rucksack mit modernster Medizintechnik und Verbrauchsmaterial, der durch entsprechend weitergebildete Medizinische Fachangestellte – als Tele-VERAHs – bei Routinehausbesuchen eingesetzt wird.

Die Idee wurde im vergangenen Jahr auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin mit dem Telematik Award 2017 ausgezeichnet. Inzwischen wird die konkrete Anwendung des Tele-Rucksacks bei BKK-Versicherten in den KV-Bezirken Bayern, Hessen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe für Ärzte honoriert. Die Honorierung erfolgt zusätzlich zum Budget, durch Selektivverträge zur gesonderten Abrechnung von VERAH-Hausbesuchen oder einer kontaktunabhängigen Pauschale. Verhandlungen mit weiteren Krankenkassen werden laufend geführt. Auch private Krankenversicherungen unterstützen das Projekt.

Zur Ausstattung des Tele-Rucksacks gehört unter anderem ein Tablet, das für den Austausch mit dem Arzt per Video genutzt wird, aber auch zur Dokumentation des Hausbesuches dient, etwa zum Stand der Wundbehandlung oder zu der aktuellen Medikation oder zum Ausfüllen von Fragebögen. Ebenfalls über das Tablet können Vitalparameter des Patienten versendet werden, die über die Medizingeräte mit entsprechenden Sensoren aufgenommen werden, wie beispielsweise Blutdruck und Blutzucker oder 3-Kanal-EKG. Auch ein Spirometer, ein Pulsoxiometer und eine Personenwaage stehen zur Verfügung. Anbindung weiterer Messsensoren, beispielsweise für ein Stethoskop, ist in Vorbereitung. Die Entwickler haben zusätzlich darauf geachtet, dass innovative Technologie es ermöglicht, die Daten auch in vielen Gebieten mit schlechter Netzabdeckung übertragen zu können.

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