Apobank will eigene Arztpraxen gründen

, Uhr

Berlin - Seit über 100 Jahren finanziert die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) die Gründungen von Apotheken und Arztpraxen. Weil sich die Gesundheitsmärkte ändern, steht auch die Apobank vor einem Umbruch: „Eine Bank, die stehen bleibt, wird untergehen“, begründete Vorstandschef Ulrich Sommer jetzt seine Zukunftspläne. Die Apobank will nicht nur ihre Bargeldschalter schließen und das Firmen-, Service und Beratungsgeschäft ausbauen, sondern auch eigene Arztpraxen gründen.

Sowohl der Banken- als auch der Gesundheitsmarkt seien „tiefgreifenden Strukturveränderungen ausgesetzt“, sagte Sommer der Börsenzeitung, die „massive Anpassungsprozesse abverlangen“. Die Apobank als führender Player im Gesundheitssektor treffe dieser Prozess doppelt: „Wir müssen die Bank modernisieren, die Prozesse überarbeiten, viel effizienter werden“ und letztlich das Geschäftsmodell „in weiten Teilen aktualisieren“.

Sommer sieht den ambulanten Ärztesektor im Umbruch: Die klassische Einzelpraxis verliere an Bedeutung – und mit den Praxisgründungen verdient die Apobank ihr Geld. Stattdessen entstünden mehr und mehr „komplexere Strukturen“ wie medizinische Versorgungszentren (MVZ). Dort arbeiteten Ärzte unterschiedlicher Fachgruppen als Angestellte, das gehe einher mit einer deutlichen Feminisierung des Arztberufs: 70 Prozent der Uni-Absolventen seien weiblich. Zugleich verschwimme zusehends die Grenze zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Große Klinikketten wie Helios verfügten über sogenannte Zuweiser-MVZ.

Einen weiteren klaren Trend gibt es laut Sommer: Der Gesundheitsmarkt wird „industrialisierter“ und „kapitalisierter“. Investoren engagierten sich bereits im Segment der Nierenärzte: „Es gibt eine Wettbewerbssituation“, so Sommer: „Wir werden uns auch deshalb umstellen müssen, weil die Zentren andere Bedürfnisse haben als ein niedergelassener Arzt“. Deshalb werde das Firmenkundengeschäft ebenso ausgebaut wie der Service- und Beratungsbereich.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Steuerfrei bis März 2022
Coronabonus verlängert »
Umsatzsteuer auf Großhandelsleistung
Rechenzentren warnen: Apotheken drohen Nachzahlungen »

Mehr aus Ressort

Erste Bilanz der Corona-Impfkampagne
Biontech: 2 Mrd. Euro Umsatz, 1,6 Mrd. Euro Gewinn »
Weiteres
Trotz erster Impfung vor vier Wochen
Seehofer mit Corona infiziert»
EU kauft 1,8 Milliarden weitere Dosen
19,50 Euro je Dosis: Megadeal für Biontech»
Chronische Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes
Bayer: Ist Finerenon der neue Blockbuster?»
Nationale Reserve ohne Efluelda
Spahn bestellt Standard-Grippeimpfstoffe»
Akne, Neurodermitis & Co.
Welchen Einfluss hat der pH-Wert?»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B