Altmaier: Brauchen mehrere Milliarden Schutzmasken

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Berlin -

Am Mittwoch nach Ostern will die Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Lockerung der Corona-Maßnahmen entscheiden. Angesichts der niedrigeren Infektionsraten zeichnet sich ein schrittweiser Ausstieg ab. „Es gibt einen ersten Silberstreif am Horizont“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Allerdings müsse man die Entwicklung über die Ostertage abwarten. Altmaier kündigte an, die Produktion von Schutzausrüstung mit staatlicher Unterstützung in Deutschland hochzufahren. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bestätigte, dass die getroffenen Maßnahmen greifen: „Wir dürfen nur jetzt nicht nachlässig werden.“

Spahn wie Altmaier kündigten eine schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen an. „Wir werden noch über eine lange Strecke, über Monate verzichten müssen“, so Spahn, „auf Clubs, Großveranstaltungen und Volksfeste“. Zugleich zog Spahn eine positive Bilanz: „Wir sind bisher vergleichsweise gut durchgekommen.“ Daher könne eine schrittweise Rückkehr zur Normalität ins Auge gefasst werden. 110.000 aktuell Corona-Infizierten stünden jetzt 50.000 Genesene gegenüber. 3000 Corona-Patienten würden intensivmedizinisch versorgt. Es stünden 10.000 freie Intensivbetten in den deutschen Kliniken bereit. Derzeit würden 100.000 Tests pro Tag durchgeführt. Spahn: „Die Einschnitte in den Alltag zeigen Wirkung.“

Stark erhöhen will die Bundesregierung die Produktion von Schutzausrüstung in Deutschland und der EU. Dazu wurde im Bundeswirtschaftsministerium ein Arbeitsstab gegründet. Das Vorhaben soll laut Altmaier gemeinsam mit der Privatwirtschaft erfolgen, Investitionsmöglichkeiten in dem Bereich verbessern – und es soll auch wettbewerbsfähig produziert werden können. Die Schutzausrüstung sei von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, das gesellschaftliche Leben in der Corona-Krise wieder hochzufahren, begründete Altmaier den Schritt. Der Bedarf werde daher weiter ansteigen und über einen längeren Zeitraum hoch bleiben. Es würden mehre Milliarden Schutzmasken benötigt.

Gesundheitsminister Spahn sagte, es gehe darum, auf diesem Gebiet unabhängiger zu werden. „Die Abhängigkeit haben wir bei Medikamenten erlebt und nun auch bei der Schutzausrüstung“, erklärte er. „Wir haben in Deutschland starke Industrien – den Maschinenbau, die Textil- und die Autoindustrie“, mit denen die Produktion anlaufen könnte. Auf eine erste Ausschreibung habe es bereits mehr als 100 Angebote gegeben, so dass eine kleinere Produktion bereits im August anlaufen könnte. Altmaier erklärte, dass derzeit etwa 90 Prozent der Schutzmasken in Asien produziert werden. Ein Ziel sei es, diesen Prozentsatz deutlich zu reduzieren.

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