Alternativ-Abda gegründet

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Berlin -

Der Verein „Verbund starke Apotheke“ ist gegründet. Auslöser für die Initiatorin Beatrice Guttenberger und ihre Mitstreiter war die Pleite des Rechenzentrums AvP. Und auch wenn sich viele Mitglieder zunächst aus den Reihen der Betroffenen rekrutieren, will sich der Verein um alle großen Apothekenthemen kümmern.

Den Apothekern fehlt aktuell die politische Unterstützung, eine schlagkräftige Lobby und Solidarität im Berufsstand. Man werde „medial kaum wahrgenommen und politisch zusehends demontiert“, klagt der neue Verbund. Das liege an der schwachen Standesvertretung auf Bundes- und Landesebene. „Ihr fehlt der Wille, die Kraft und die Macht, selbst kleinste politische Forderungen durchzusetzen.“ Deshalb sei es Zeit für einen Strategiewechsel: „Wir wollen die Lobbyarbeit für die Apotheken selbst in die Hand nehmen. Und zwar, in dem wir dafür echte Profis engagieren. Wir werden ein Team aus Experten aufbauen.“

Dazu wurde ein Verein gegründet: In seiner Satzung verpflichtet sich dieser auf die inhabergeführte unabhängige Apotheke – und damit letztlich der Stärkung der „öffentlichen Gesundheitspflege“. Dabei setzt der Verbund auf basisdemokratische Onlineabstimmungen, etwa zu größeren Aktionen wie Streiks oder einer ausschließlichen Belieferung von Selbstzahlern. Nach außen soll der Kontakt zu anderen Berufsgruppen der Gesundheitswirtschaft gestärkt, gleichzeitig Verstöße gegen das Apotheken- und Wettbewerbsrecht bekämpft werden.

Bis Anfang November hatten nach Vereinsangaben 340 Mitstreiter ihre Unterstützung zugesagt. Bis Ende Januar müssten es 1900 Mitglieder sein, damit der Verein offiziell mit seiner Arbeit beginnen kann. „Mindestens 10 Prozent der deutschen Apotheker müssen wir gewinnen, um wirklich grundlegende Veränderungen zu erreichen“, so die eigene Wahrnehmung. Der Beitragssatz beträgt 2000 Euro jährlich zuzüglich einer Aufnahmegebühr von 1000 Euro.

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