Novavax und Valneva

Vor- und Nachteile: Das Warten auf den Totimpfstoff

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Berlin -

Zwar bilden sich aktuell wieder Schlangen vor den Impfzentren, doch bei dem Großteil der durchgeführten Impfungen handelt es sich um Auffrischimpfungen. Viele von denen, die keine Impfgegner sind, aber trotzdem noch zögern, warten auf den Totimpfstoff als vermeintlich sicherere Variante. Die Kandidaten von Novavax und Valneva stehen kurz vor der Zulassung. Doch frei von Impfreaktionen sind auch die Totimpfstoffe nicht. Jedes Vakzin weist ein Nebenwirkungsprofil auf.

Nicht alle Bürger:innen, die bislang keine Impfung erhalten haben, sind gegen die Immunisierung. Sie misstrauen den neuartigen mRNA-Imfpstoffen und warten auf die Totimpfstoffe von Valneva und Novavax. Novavax hatte den Zulassungsantrag bei der EMA am 17. November eingereicht. Und auch der Impfstoffkandidat des französisch-österreichischen Herstellers Valneva könnte im Falle einer Zulassung in der EU zum Einsatz kommen – nach anfänglichen Verhandlungsschwierigkeiten wurde nun ein Liefervertrag über 60 Millionen Dosen mit der EU-Komission geschlossen.

Kurzabriss Wirkmechanismus

Bei Totimpfstoffen handelt es sich um Injektionen mit abgetöteten Viren. Diese Technologie ist seit langem bekannt und wird beispielsweise seit Jahrzehnten bei der jährlichen Entwicklung der Grippeimpfstoffe eingesetzt. Auch die Hepatitis-B-Impfung und die Immunisierungen gegen Diphterie, Polio, Pertussis und Tetanus basieren auf der Totimpfstoff-Technologie. Die abgetöteten Viren sind im Körper nicht mehr vermehrungsfähig, werden aber dennoch als pathogen erkannt und vom Immunsystem bekämpft.

Dadurch, dass Totimpfstoffe Teile oder ganze inaktivierte Erreger enthalten, wird ihnen nachgesagt, dass sie eine breitere Immunantwort im Körper auslösen, da der Körper nicht nur auf ein Strukturmerkmal (Spikeprotein bei mRNA-Impfstoffen) reagiert. Konkrete Daten in Hinblick auf die Corona-Impfung fehlen bislang.

Auch Totimpfstoffe haben Nebenwirkungen

Zu allen vier bislang zugelassenen Impfstoffen wurden Rote-Hand-Briefe verschickt. Bei den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Janssen wurden seltene Thromboseformen als Nebenwirkung festgestellt. Bei den beiden mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna kam es – primär bei Personen unter 30 Jahren – zu Herzmuskelentzündungen. Die Berichterstattung vor allem bei Vaxzevria führte dazu, dass die Bürger:innen das Vertrauen in die noch relativ neuartigen Vektorimpfstoffe verloren. Abgeänderte Altersgrenzen, mögliche Verunreinigungen und ein generell schlechterer Impfschutz führte dazu, dass Ärzt:innen diesen Impfstoff kaum noch verimpften.

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