Hormonfrei

Uterusmyome: EU-Zulassung für Yselti

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Berlin -

Yselti (Obseva) enthält den Wirkstoff Linzagolix und wird bei Uterusmyomen angewendet. Der orale GnRH-Antagonist ist somit eine nicht-hormonelle Therapieoption für betroffene Frauen.

Viele Frauen haben sie – viele unwissentlich. Uterusmyome können unbemerkt im Unterleib vorhanden sein und müssen nicht immer entfernt werden. Da die Myome aber sehr schmerzhaft sein können, wünschen sich viele Betroffene eine Therapie. Diese kann entweder medikamentös oder operativ sein. Darüber hinaus können die Uterusmyome mit starken Menstruationsblutungen einhergehen. Yselti kann die Stärke der Periode runterregulieren. In der Folge kommt es zu einem geringeren Blutverlust.

Das Mittel ist indiziert zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Symptomen von Uterusmyomen bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei kommt Yselty in zwei verschiedenen Dosierungen auf den Markt: Es werden Filmtabletten mit 100 mg und 200 mg erhältlich sein.

Die Dosierung richtet sich dabei nach der zugrundeliegenden Zusatztherapie. Frauen, die auf eine Zusatztherapie verzichten, nehmen einmal täglich 100 mg. Die höher dosierten 200 mg Tabletten können für kurzzeitige Therapie von unter sechs Monaten Behandlungsdauer eingenommen werden. Bei hormoneller Zusatztherapie werden entweder 100 mg oder 200 mg einmal täglich eingenommen. Hier besteht keine maximale Behandlungsdauer.

Der Wirkstoff Linzagolix ist ein selektiver, nicht peptidischer Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Rezeptorantagonist, der an die GnRH-Rezeptoren in der Hypophyse bindet und die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse moduliert. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Hitzewallungen und Kopfschmerzen.

Auch Gedeon Richter hat seit einem dreiviertel Jahr ein Präparat zur Behandlung von Uterusmyomen auf dem Markt. Ryeqo enthält Estradiol und Norethisteronacetat. Hierbei handelt es sich um ein Anti-Gonadotropin-Releasing-Hormon. Relugolix senkt die Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH). Da Estradiol alleine zu einem starken Wachstum der Gebärmutterschleimhaut führen kann, wird der Wirkstoff mit Norethisteronacetat kombiniert. Dieser Stoff senkt das Risiko für eine Hyperplasie des Endometriums durch die GnRH-Rezeptorstimulation. Die Einnahme erfolgt täglich, am besten zur gleichen Uhrzeit. Die Ersteinnahme sollte innerhalb von fünf Tagen nach Einsetzen der Menstruation erfolgen. Ansonsten kann es zunächst zu unregelmäßigen und übermäßig starken Blutungen kommen. Anders als bei oralen Kontrazeptiva erfolgt keine Einnahmepause.

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