Valsartan-Skandal

Überwachung für Zhejiang Huahai, CEP-Entzug für Aurobindo

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Berlin -

Verstärkte Überwachung für Zhejiang Huahai Pharmaceuticals: Der chinesische Hersteller wurde nach Inspektionen der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) unter besondere Aufsicht gestellt. Die Untersuchungen hätten Schwachstellen im Qualitätsmanagement ans Licht gebracht, teilt die EMA mit. Aurobindo wiederum darf Irbesartan nicht mehr in die EU liefern.

Am Produktionsstandort Chuannan in der chinesischen kreisfreien Stadt Linhai wurde nicht GMP-konform produziert, teilte die EMA mit. Die Inspektionen ergaben, dass der Lohnhersteller den im Valsartan nachgewiesenen Verunreinigungen nur bedingt nachgegangen sei. In der aktiven Substanz konnte zwei Nitrosamine – N-Nitrosodimethylamin (NDMA) und N-Nitrosodiethylamin (NDEA) – nachgewiesen werden. Andere Wirkstoffe des Herstellers seien bislang nicht betroffen.

Dem chinesischen Lohnhersteller wurde das sogenannte Certificate of the European Pharmacopeia (CEP) für die aktive Substanz (API) aufgrund der als krebserregend eingestuften Verunreinigung entzogen. Zhejiang Huahai darf demzufolge kein Valsartan mehr in die EU liefern. Die FDA geht mit dem Hersteller härter ins Gericht und hat für alle Wirkstoffe ein Einfuhrstopp erhoben.

Die EMA hingegen hat als weitere Konsequenz eine strengere Überwachung für Zhejiang Huahai angeordnet. Somit soll die Herstellung alle anderen vor Ort produzierten Wirkstoffe genauer überwacht werden. Der Lohnhersteller produziert etwa 20 verschiedene Arzneistoffe und beansprucht den Status „Pril specialist“ für sich, hat sich also auf ACE-Hemmer spezialisiert. Fünf Sartane – Candesartan, Losartan, Irbesartan, Telmisartan und Valsartan – gehören zum Portfolio.

Die EU-Behörden wollen nun mit erhöhter Häufigkeit die vom Unternehmen durchgeführten Korrekturmaßnahmen kontrollieren und den Standort inspizieren. „Darüber hinaus müssen Zulassungsinhaber für EU-Arzneimittel zusätzliche Tests an allen von Zhejiang Huahai bereitgestellten Wirkstoffen durchführen“, teilt die EMA mit.

Auch für Aurobindo wird es ernst. In der vergangenen Woche hatte der indische Generikahersteller, der hierzulande auch unter dem Namen Puren aktiv ist, diverse Chargen Irbesartan-haltiger Arzneimittel zurückgerufen. Alle auf dem Markt befindlichen Chargen mit einer längeren Laufzeit als 01/2019 seien nicht betroffen. Das Europäische Direktorat für Arzneimittelqualität (EDQM) hatte erhöhte Werte für NDEA nachgewiesen und deshalb das Certificate of Suitability (CEP) am 8. Oktober 2018 entzogen.

Den Analysen zufolge lagen die gemessenen Werte je nach Wirkstoffcharge zwischen „nicht nachweisbar“ bis 0,27 ppm und somit Nahe an der technischen Bestimmungsgrenze. Laut EMA hat Aurobindo die Lieferung von Irbesartan in die EU eingestellt.

Die Überprüfung auf Verunreinigungen in Sartanen und deren mögliche Auswirkungen auf Patienten ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Die EMA werde weiterhin mit nationalen Behörden, internationalen Partnern und dem EDQM zusammenarbeiten und Aktualisierungen bereitstellen, sobald weitere Informationen verfügbar sind.

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