HIV-Prophylaxe

PrEP: Werden Neuinfektionen sinken? APOTHEKE ADHOC/dpa, 24.11.2017 14:46 Uhr

Ein in Teilen anderes Bild zeichnet die Berliner Apothekerin Claudia Neuhaus. „Das sind sehr gewissenhafte Menschen“, sagt die Inhaberin der Witzleben-Apotheke über die PrEP-Nutzer. Sie gäben an, trotz der Medikamente Kondome zu benutzen. Gerade in Beziehungen, in denen ein Partner HIV-positiv sei, gehe es um zusätzliche Absicherung, falls zum Beispiel das Kondom reiße. Am Medikament verdienten Apotheken rund zehn Euro, sagt Neuhaus. Wegen der aufwendigen Beratung bleibe unter dem Strich nichts liegen. „Das ist Pionierarbeit. Wir möchten die Verbreitung von HIV minimieren.“

Die Zahlen müssten runter, gibt auch Tenberken als Ziel an – es gelte jetzt, die Versorgung mit der PrEP zu stabilisieren. Für das Pilotprojekt holte sich der Apotheker Hexal mit ins Boot, außerdem kam Tenberkens Blisterzentrum Kölsche Blister ins Spiel. Hexal hat für dieses Projekt eigens eine Dosenware zu 90 Tabletten auf den Markt gebracht, die dann in in Einheiten à 28 Tabletten verblistert wird. So kann der Apotheker seinen Rabatt weitergeben, er muss lediglich die Aufschläge nach Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) dazurechnen. Im Ergebnis kostet die PrEP dann 50,05 Euro – ein Zehntel des üblichen Abgabepreises.

Das RKI schreibt in einem aktuellen Bericht: „Es wird interessant sein zu verfolgen, wie viele Menschen von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen werden und ob die Zahl der PrEP-Nutzer so groß wird, dass sich dies auf die HIV-Neuinfektionszahlen auswirkt.“

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